6P Designs

   
  Ortsgruppe Luckenwalde e.V.
  Eine Geschichte
 

Hier stelle ich euch eine Geschichte von unseren
Gewässerwart Guido Holznagel vor.
Diese Geschichte ist geistiges Eigentum von Guido Holznagel,
die ich mit seiner Genehmigung hier veröffentliche.


Wie es einmal begann !
Als ich neulich meinen  Schrank aufräumte, fiel mir mein alter Angelausweis in die Hände den ich schon seit 1968 habe. Aus alten Bildern, die mein Vater machte, sah ich, dass mein Vater mich mit 6 Jahren das erste Mal zum Angeln mit nahm. Ich kann mich  nicht mehr daran erinnern, aber als ich mit 11 Jahren mein Angelausweis bekam, war ich natürlich sehr stolz darauf.
Unser Verein gründete eine Anglerkolonie, wir erhielten auch ein Grundstück und bauten uns einen Bungalow. 
Zu Weihnachten bekam ich meine erste Angel mit Rolle geschenkt und übte im Schnee das Werfen. Jeden Tag schaute ich aus dem Fenster, ob nun endlich der Winter zu Ende sei.
Als es nun endlich März wurde, kaufte mein Vater einen Angelkahn und wir machten die erste Tour.
Es war windstill und der See war ganz glatt. Ich hatte mich ganz vorn an der Spitze des Kahn’s platziert.
Ein paar Enten, Haubentaucher und ein Schwanenpärchen schwammen ganz dicht am Schilf entlang.
Mein Vater schaute immer wieder zum Schilfrand und er meinte das da die Karpfen stehen. Aber ich habe keine gesehen!
Dann ließ er zwei Anker ins Wasser und der Kahn stand ganz still.
Endlich konnte ich ihm zeigen wie gut ich schon mit der Angel werfen konnte.
Ich hielt meinen Finger auf die Schnur, klappte den Bügel um und holte viel Schwung. Meine Pose flog schön « hoch » und kam einen halben Meter vor dem Kahn wider runter.
Mein Vater lachte und meinte, das ich die Schnur zu früh losgelassen habe. Ich versuchte es noch einmal, aber diesmal hatte ich den Finger ein bisschen zu lange auf der Schnur und die Pose klatschte wieder vor uns ins Wasser. Und wieder konnte ich mir das Lachen meines Vaters anhören. Ich wollte es gerade noch einmal versuchen,  da hatte mein Vater einen Biss an seiner Angel und ich mußte leise sein.
Seine Pose tanzte hin und her, mal nach rechts und mal nach links und endlich ging sie unter.
Mein Vater riss die Angel nach oben und sie bog sich nach vorn.
Ich stand schon mit dem Unterfangkescher in der Hand im Kahn und wartete ganz aufgeregt.
Endlich tauchte ein Karpfen vor unserem  Kahn auf und ich konnte ihn mit etwas Mühe keschern.
Nach dem Messen, setzte er den Karpfen wider ins Wasser, denn er war nur 36 cm lang und für uns zu klein.
“Der soll noch wachsen!”, sagte mein Vater.
“Die Karpfen stehen jetzt am Schilfrand und suchen Futter!”, sprach  mein Vater und warf ein paar zerdrückte, gekochte Kartoffeln ins Wasser.
“Wir müssen jetzt ganz leise sein, sonst sind die Karpfen wider verschwunden!”, meinte er.
Er  machte wieder ein kleines Stück Kartoffel an den Hacken und traf genau vor die Schilfkante ins Wasser. Ich wollte natürlich auch einen Karpfen fangen und strengte mich diesmal an, auch so zu werfen wie mein Vater.
Ich holte aus und nahm mir vor, den Finger nicht zu lange und nicht zu früh auf der Schnur zu lassen. Ich habe es genau abgepasst und freute mich, dass die Pose schön weit flog und flog und flog ....- und ins Schilf. Meine Freude war schnell vorbei als ich merkte, dass ich im Schilf  festhing. Mein Vater hat auch nicht mehr gelacht, denn er wusste das, dass Angeln nun vorbei sei. Vom Rascheln des Schilfes, dass ich mit der Angel veranstaltet habe, sind die Karpfen natürlich verschreckt worden.
Mein Vater nahm die Anker wieder hoch und wir fuhren zum Schilf, wo ich immer noch festhing.
“Du musst noch ein bisschen werfen üben und das am besten vom Steg!”, sagte mein Vater.

Mein erster großer Fang 
Auf der Kolonie gab es natürlich auch noch andere Kinder und Jugendliche, mit denen  ich mich anfreundete. Wir verstanden uns alle sehr gut und freuten uns schon auf die großen Ferien, die ja bei uns von Juli bis ende August gingen.
Lange Weile gab es bei uns nicht, denn wir hatten immer etwas  vor.
Mal spielten wir Fußball (Anglerkolonie gegen die Dorfjugend) wobei wir immer gewannen.Anschließend gingen wir baden und natürlich viel angeln.
In der Gemeinschaft, unter uns Kindern, machte das Angeln natürlich viel mehr Spaß. Einige von uns, auch ich, hatten sich einen Auto- oder Treckerreifen besorgt. Mit dem Reifen sind wir dann auf dem Wasser gepaddelt. Den Setzkescher hatten wir zwischen den Beinen geklemmt, Angel und Köder auf dem Schoß.
Jeder hatte natürlich nur eine Angel. Mit einem Einweckgummi machten wir uns am Schilf fest. An einem Morgen fuhr mein Kumpel Frank, der vom Nachbarbungalow, und ich ganz früh mit unseren  Reifen auf den See hinaus zum Angeln.Es war fünf Uhr morgens und das Wasser noch ganz schön kalt, denn wir hatten ja nur Badehose und ein Hemd an, aber ein “echter Angler,  kennt keinen Schmerz!”.
Wir hatten eine gute Stelle genau zwischen Seerosen und Schilf gefunden und uns wieder mit einem Gummi am Schilf  fest gemacht.
Zuerst fütterten wir mit Schrot, Haferflocken und ein paar gekochten Kartoffeln an. Dann legten wir unsere Angeln aus.
Natürlich hatte sich jeder eine Zigarette vom Vater geklaut und mitgenommen, denn so früh war noch kein Erwachsener auf dem Wasser und eine Zigarette viel ja auch nicht auf,  dachten wir!
Nachdem wir  endlich fertig waren mit Husten......., hatte Frank den ersten Biss.
Es hatten sich Güstern und Bleie an unserem Angelplatz eingefunden, die unser Futter vernichteten.
Eigentlich  wollten wir  Karpfen und Schleien fangen, aber so hatten wir was zu angeln. Auf einmal kamen große Blasenspuren auf uns zu und wir wusste natürlich, dass es nur Karpfen sein konnten.
Wir zogen unsere beiden Angeln genau auf die Spuren und warfen ein paar Kartoffelstückchen hinzu und warteten gespannt.
Auf einmal fing meine Pose an zu zittern und zog schön nach rechts weg und ich riss die Angel hoch.
Die Rute bog sich stark nach vorn und mein Reifen schnellte ebenfalls nach vorn und der Gummi, der ja am Schilf fest war, riss mit einem lauten Knall und klatschte mir gegen die Badehose, dass ich dachte, mich hat Einer getreten! Und erwiderte es mit einem Autsch
Frank lachte laut auf und der Karpfen zog mich übern See.
Es war schon richtig hell und auf dem Kahnsteg sammelten sich die Leute. Es muss sehr lustig ausgesehen haben, wie ich mit der krummen Rute in der Hand und dem Reifen unterm Hintern über den See pfiff und Frank mit seinem Reifen und den Kescher in der Hand,  hinterher paddelte.
Nach einer Weile  nahm der Karpfen wieder die Richtung Schilf auf und weil ich natürlich die Angel nicht loslassen wollte, knallten die ersten Schilfhalme gegen mein Gesicht, Arme und Beine. Komischerweise blieb der Karpfen jetzt ganz ruhig.
Frank holte mich endlich ein und wir schafften es, ihn zu keschern.
Am Ufer wo mittlerweile mein Vater auch eintraf, wurde der Karpfen vermessen und gewogen.
Der Karpfen war 6,5 kg schwer und 69 cm lang.

Ich war ziemlich stolz an diesem Tag,  hatte aber  auch einige Schnittwunden vom Schilf an Arme, Beine und im Gesicht.
Oben am Bungalow sagte mein Vater zu mir:
“ Siehst du, ohne meine Zigarette hättest du ihn auch gefangen!“
Übrigens, am nächsten Tag standen an unserem Angelplatz drei Kähne mit so genannten"Sportfreunden"!

Gewitter mit Sorgen!
An einem Ferientag nach dem Frühstück.
Wir trafen uns wieder einmal am Strand. Es war ziemlich warm und wir überlegten uns was wir heute so anstellen könnten.
Zum Fußballspielen war es viel zu warm und zum Baden hatten wir auch keine Lust, dass Wasser war heute wieder besonders nass!
Frank erzählte uns, dass sein Vater mit noch ein paar seiner Angelkumpel an einem Fließgewässer angelte  und gute Karpfen, Plötzen und Rotfedern gefangen haben. “Das wäre eine gute Idee!“, sagte ich. “Aber das Gewässer ist 25 km entfernt!”, sagte ein Anderer.
“Na und!”, sagte Frank. ”Wir haben doch Fahrräder und wenn wir einen Waldweg fahren, der eine Abkürzung sein soll, haben wir es nicht mehr so weit!”
Mein Bruder der natürlich mal wieder  keine Lust hatte sich zu bewegen und noch ein paar Andere, wollten nicht mit, aber Frank, sein Bruder und ich, wollten am nächsten Morgen fahren.
Jetzt mußte sich nur jeder die Erlaubnis seiner Eltern holen. Nach den üblichen Versprechungen (kommt nicht so spät, fahrt vorsichtig und macht keine Dummheiten) war die Erlaubnis erteilt worden.
Wir bereiteten unsere Angeln vor und fertigten uns Futter für die Fische.
Am Abend machte ich mir schon ein paar Brote zum mittnehmen, damit ich Früh nicht so lange brauche und wir schnell los konnten.
Man kann sich gar nicht vorstellen, was ein Wecker, der auf einem Teller mit vier Teelöffel steht, für einen Krach macht!Um 4 Uhr morgens, ging das Ding los!
Ich wusste erst mal nicht wo ich bin, meine Mutter hatte sich den Kopf am Regal, das übern Bett hing, gestoßen und ich glaube die ganze Kolonie war wach geworden, aber mein Vater schnarchte ganz ruhig (bloß gut).
Ich bekam den Wecker dann doch noch unter Kontrolle und machte mich auf den Weg zu Frank und seinem Bruder.
Beide standen bereits fertig gepackt mit Fahrrad da und wir fuhren los.
Wir stellten schnell fest, dass es im Wald um diese Uhrzeit doch noch ganz schön dunkel war.
Ingo, das war der Bruder von Frank, hatte natürlich kein Licht am Fahrrad und fuhr uns hinterher - oft zu dicht. Wenn Frank etwas langsamer fuhr, stieß Ingo natürlich an Frank`s  Schutzblech an, so dass Frank sich ein kurzes “Arschloch!“ nicht verkneifen konnte. Nach einer Weile wurde es dann doch langsam heller und wir kamen gut voran, denn es war doch eine prima Abkürzung von fast 9 km.
Als wir nun endlich ankamen, sahen wir, dass schon zwei Angler (Erwachsene) da waren und angelten. Beim Vorbeigehen sagten wir zu den beiden  Angler wie auf Kommando “Petri Heil", beißen sie?
Worauf sie antworteten: Petri Dank, nur Mücken.
Der Fluss endete in einem großen See, wo man aber nicht angeln durfte, weil es kein  DAV - Gewässer war. In diesem See wurden Aale, Zander, Hechte und Karpfen gezüchtet.  Wenn der Fischer das Stahlnetz säuberte und für diesem Zweck das Netz aus dem Wasser nehmen musste, das zwischen Fließ und See gespannt war, schwammen immer ein paar Fische davon. Das war für uns Angler natürlich prima, denn so hatten wir immer einen guten Fischbestand.

In dieser Woche muss es wieder so gewesen sein, denn im Fließ tummelten sich einige Karpfen und auch Raubfische.
Wir sahen das die Erwachsenen mit Köderfisch angelten. Für Raubfisch war der Fließ natürlich ein Paradies, denn hier gab es viele Weißfische.
Wir suchten uns einen Platz ganz dicht am See aus.  Hier konnten die Erwachsenen nicht so einfach hin, denn das Ufer war hier sehr modderig, sumpfig und mit viel Schilf umgeben. Wir waren viel leichter und übermütiger!

In den letzten Tagen schien die Sonne durchweg und der Boden war rissig und trocken. Unsere Väter hätten das natürlich nicht wissen dürfen , denn sie haben uns immer wieder gesagt :“Geht nicht so dicht am See heran, es könnte gefährlich sein!”

Aber wir glaubten, dass sie nur neidisch waren, weil sie nicht so dicht ran kamen. Was soll uns, schon passieren ?
Wir können doch alle drei schwimmen!
Frank breitete eine Decke aus und wir legten all unsere Sachen darauf.

Essen und Trinken hatten wir reichlich dabei.
Zuerst fütterten wir ein paar Kartoffelstückchen, Schrot, aufgeweichtes Brot mit Haferflocken und gekochten Mais an. Wir wollten dass sich die Fische an unserem Platz gewöhnten und ihre Scheu verlieren.

Aber das fanden die Enten und Schwäne auch nicht schlecht und sie wurden immer mehr.  Auf Ingos Stelle fanden es die Vögel besonders gut, denn sie schwammen hin und her, tauchten  wieder und wieder unter und begannen sich sogar zu streiten um ein Stück Brot. Frank und ich hatten mehr Ruhe auf unserer Stelle und wir schmunzelten uns an, als wir sahen, dass Ingo immer mehr Farbe im Gesicht bekam.
Als wir uns das Lachen schon kaum noch verkneifen konnten, rief Frank seinem Bruder rüber:
“Ich dachte wir wollten angeln und nicht Enten füttern!” Das war natürlich zu viel! Er stand auf und ging nach hinten und sammelte ein paar Steine auf und brachte sich einen langen Stock mit. Zuerst warf er die Steine ins Wasser- « hatte nicht den Erfolg », denn die Enten dachten es gäbe wieder neues Futter und kamen nun in Schwärmen auf ihn zu. “Ihr Viecher .....!”, rief Ingo.
Als dann die Schwäne anfingen zu fauchen, fuchtelte Ingo mit dem Stock hin und her, rutschte von der Böschung ab und fiel ins Wasser.
Da konnten wir uns nicht mehr halten und lachten aus vollen Herzen los.

Das Angeln war erst einmal zur Nebensache geworden.
Wir zogen ihn aus dem Wasser. Frank sein erster Spruch war:“Du siehst ja aus wie Neptun!”
“Nicht so schön , aber dafür stinkst du besser !”

Auf dem Kopf hatte er Wasserpflanzen, seine Arme und Beine waren mit Schlamm beschmiert und er stank nach Faulgase.
Nach dem wir uns alle wieder ein bisschen beruhigt hatten und Ingo sich säuberte und seine Sachen zum trocknen auf hing, machten wir Frühstück. Eigentlich hattest du Erfolg mit deiner Aktion!”sagte Frank. Die Enten sind alle verschwunden! Ha, ha, ha war Ingos Antwort. Die Sonne war nun ganz hinter den Wolken verschwunden, aber es war drückend schwül geworden. Wir machten ein Handtuch nass und wischten uns jetzt öfter den Schweiß von der Stirn.
Ein bisschen Futter mussten uns die Enten doch übrig gelassen haben, denn die Fische fingen an zu gründeln. Wir hörten Geklatsche im Wasser, aber weiter unterhalb vom Fließ, wo sich in zwischen doch einige Angler mehr aufhielten. Zwei Angler hatten gleichzeitig einen größeren Fisch an ihre Angel und kescherten ihn gerade. Wir sahen nicht was es war, aber wir glaubten an Karpfen.

Jetzt waren wir natürlich motiviert und wollten auch Karpfen fangen.
Wir fütterten wieder ein bisschen an. Aber dieses mal leiser, damit nicht wieder die Enten kamen.

Ingo fing einen Blei 42 cm und noch einen mit 44 und 45 cm und zwei Plötzen und - eine Rotfeder.
Frank schaute erst zu seinem Bruder rüber und dann zu mir.  Bis Frank endlich sagte: “Muss man erst im Wasser springen um hier Fische zu fangen.” Jetzt lachte Ingo und rief uns zu. Man muss auch angeln können! Aber dann hörte es auch bei ihm wieder auf zu beißen. Neidisch schauten wir den anderen Anglern beim angeln und keschern zu. Ob wir vielleicht doch die falsche Stelle haben, sagte ich. Aber zum Umziehen hatten wir keine Lust.  Außerdem sind wir hier für uns allein  und auch ein bisschen versteckt durch die Büsche und das Schilf. Das Schilf hatte eine Fläche von ungefähr 90 bis 100 m² und wir hatten unser Lager mitten im Schilf, so dass uns Keiner sehen konnte, aber wir die anderen.
Und wieder gründelten die Fische bei uns, aber dieses mal hatte Frank einen Biss.
Die Pose tauchte ab und er riss die Angel hoch. Ein guter Kampf und ich konnte ihm nach kurzer Zeit, sein ersten Karpfen keschern. Der Karpfen war 45 cm lang und es folgte noch ein Zweiter von 43 cm länge. Ingo und ich hatten auch noch einen Karpfen gefangen, dann blitzte es auf einmal und donnerte in der Ferne.
Ein Gewitter, sagte ich. Hoffentlich kommt es nicht hier her, meinte Ingo.

Meine Sachen sind gerade trocken geworden und hier ist auch nichts zum Unterstellen! Ich habe zwei große Mülltüten mit, die ich eigentlich für die Fische nehmen wollte, sagte Frank. Wir haben die ganzen Sachen in einen Müllsack gesteckt und zugebunden. Den anderen
Sack schnitten wir auseinander, so dass wir eine Plane hatten. Dann haben wir uns vier dicke Äste gesucht und sie zu einem Rechteck in die Erde geschlagen. Nun banden wir die Plane an jeder Ecke fest und hatten ein schönes Dach. Jetzt kann der Regen kommen, sagte Frank und freute sich riesig  über den selbstgebauten Unterschlupf.
Wieder blitzte es, das Donnern wurde schon lauter und der Himmel verdunkelte sich durch die Wolken. Wir knieten uns unter die Plane und hielten die Stöcker fest, denn der Wind wurde stärker. Jetzt fing es langsam an zu regnen und die Tropfen wurden immer dicker.
Die Angler die unterhalb gesessen hatten, packten hastig ein und verschwanden. Jetzt sind alle weg, aber wir bleiben noch, denn nach dem Regen beißen die Karpfen am besten, sagte Frank. Nach einer Weile hörte der Regen auf. Wir wollten gerade wieder anfangen zu angeln, da blitzte und donnerte es schon wieder. Ich glaube das Gewitter kommt wieder zurück, sagte Ingo. Ein Gewitter ist auch schnell wieder verschwunden, meinte Frank .Ja du hast recht, sagte ich. Aber es ist schon 17.30 Uhr und noch sind wir trocken.
Nach kurzer Diskussion packten wir ein, denn wir hatten ja auch vier Karpfen gefangen und kämen nicht leer nach Hause. Frank rollte die Decke wieder ein und wir packten die Sachen zusammen und verstauten sie in unsere Rucksäcke. Als wir los gehen wollten  merkten wir, dass der ganze Boden wackelte und vollkommen aufgeschwemmt war. Es ist ganz sumpfig hier, sagte Frank, der vor uns ging und seine Füße im Schlamm steckten. Ingo der weiter rechts von uns sein Fahrrad schob sagte: hier kommen wir nicht mehr durch, der Schlamm wird immer tiefer.
20 Meter noch und wir sind wieder auf festem Boden, sagte ich. Wir werden einfach das Schilf um treten und darauf gehen. Ich, der am leichtesten war ging vor, dann Frank und Ingo als letzter. Wir hatten es fast geschafft, da rutschte Frank in einem Schlammloch . Nur weil er den Rucksack auf dem Rücken hatte, verschwand er nur bis zur Hüfte. So ein Misst, schrie Frank.
Ich hatte es schon geschafft und stand auf festem Boden. Ingo krabbelte an ihm vorbei und wollte ihn mit dem Fahrrad raus ziehen, was er aber nicht schaffte. Ich legte meine Sachen ab und stellte mein Fahrrad hin. Gerade wollte ich den Beiden zur Hilfe kommen, da grollte, blitzte und donnerte es so laut, dass wir zusammenschreckten und Ingo sich auf den Hintern setzte. Los, wir müssen uns beeilen, bevor es wieder zu regnen anfängt, sagte ich.
Schnell war ich wieder bei Ingo und half ihn auf, der wie ein Maikäfer auf dem Rücken lag. Dann zogen wir, Ingo und ich, von der einen Seite des Fahrrad’s und Frank hielt sich an der anderen Seite des Fahrrad’s fest.
Wir zogen mit aller Kraft und merkten, dass es immer stürmischer wurde und wieder mit regnen anfing. Die Wolken schoben sich zusammen und es wurde immer dunkler. Mit vereinten Kräften zogen wir Frank endlich aus dem Schlammloch heraus. Jetzt waren wir alle drei mit Schlamm beschmiert und rochen nach Faulgas. Der Regen peitschte ins Gesicht und es war kein trockener Fleck mehr an uns. Endlich waren wir auf festem Boden und konnten los fahren. Wir blieben diesmal auf der Straße, wo wir schneller fahren konnten, denn der Waldboden war auch aufgeweicht. Es war schon  21 Uhr und es wurde immer dunkler. Der Regen hörte auch nicht auf und der Wind kam von der Seite, so dass wir richtig schwer treten mussten. Keiner schaute nach oben und wir trampelten so schnell wir nur konnten. Nach 10 km  machten wir eine kurze Pause. Wir schnieften um die Wette und ich sah auf meine Uhr.
Leute es ist schon 21.45 Uhr, sagte ich. Ich bin ja gespannt was die Alten sagen werden, meinte Ingo. Frank dagegen,ach wenn die unsere Karpfen sehen. Also meine Mutter wird sich Sorgen machen, sagte ich.
Der Regen hörte endlich auf und es wurde ganz windstill, als ob nichts gewesen wäre. Wir fuhren weiter und ich fing an zu frieren, kein Wunder bei den nassen Klamotten.
Wir brauchten noch über eine Stunde und als wir endlich an kamen war es fast halb Zwölf.
Die Mutter von den beiden, stand schon am Tor und sagte: wo kommt ihr denn jetzt her und wie seht ihr eigentlich aus? Kommt bloß rein, Vater wartet schon!
Ich ging schnell vorbei, drehte mich noch einmal um, rief den Beiden ein leises “Tschüss” zu und trabte weiter. Bevor ich ankam, hörte ich noch ein kurzes Klatschen und ein “Autsch“. Ich stellte das Fahrrad leise ab, legte die Angeln und den Rucksack in den Schuppen und schaute erst einmal durchs
Schlüsselloch.
Kann’st ruhig rein kommen und dein nass Zeug ausziehen, hörte ich meine Mutter sagen. Ich machte die Tür auf und Mutter saß im Sessel vor dem Fernseher und strickte.
Ganz schön spät geworden was, Ziehe deine nassen Sachen aus, dein Abendbrot steht auf dem Tisch und sei leise, denn Vater muss morgenfrüh wieder arbeiten gehen.
Ich ging langsam zu ihr hin umarmte sie und sagte leise zu ihr: ich habe auch einen schönen Karpfen gefangen! Und nächstes mal bin ich früher hier,  versprochen!

Wir hatten am nächsten Tag nicht mehr dadrüber gesprochen, aber bei den anderen Beiden, war Funkstille. Sie hatten eine Woche Stubenarrest, die aber nach einem Tag zur Bewährung ausgesprochen wurde und wir trafen uns wieder am Strand um ein neues Abenteuer zu planen.

 Die Schlacht am Bauern - See
Wieder einmal trafen wir uns am Strand zum baden. Die Sonne brannte und es wehte kein Lüftchen. An unserem Vereinsgewässer hatten die Fische das Beißen eingestellt und uns war auch viel zu warm zum angeln. Mein jüngerer Bruder Robby, durfte nicht baden. Er hatte sich am Tag zuvor den Fuß an  einer kaputten Flasche aufgeschnitten. Er musste ja auch immer im Schilf herum krauchen! Es war aber nicht so schlimm, denn er hatte nur ein Pflaster drauf bekommen. Als wir alle aus dem Wasser kamen um uns abzutrocknen, sagte ich, gestern wurden am Bauern See  Karpfen und Aale gefangen, habe ich gehört. Aber die waren mit dem Kahn drauf, sagte Frank.
Na ihr habt ja einen, aber wenn Robby und Ingo auch noch mit wollen, dann ist ein Kahn zu wenig, erwiderte ich und senkte den Kopf.
Vielleicht können wir den Vereinskahn bekommen, dann hätten wir zwei, sagte Ingo. Gesagt - getan. Wir gingen zum Vereinsvorsitzenden, Herrn Gausche. Es war aber nur seine Frau im Bungalow, deshalb fragten wir sie: wo ist denn ihr Mann? Der ist zum Angeln, unten am Steg, sagte sie . Wir rannten gleich runter zum Wasser.
Hoffendlich sitzt er nicht so weit von hier, sagte Robby, dem immer noch der Fuß weh tat .
Nein, der sitzt hier gleich am ersten Steg, sagte Frank.Na wollt ihr auch angeln, sagte er und nahm einen kräftigen Schluck aus seiner Flasch.
Nein, nein, sagte Ingo. Wir wollten uns nur den Vereinskahn ausborgen, vom Bauernsee.Das darf ich nicht! Oder fährt ein Erwachsener mit, fragte er.
Nein, wir wollten alle vier mal auf dem Bauernsee angeln, aber wir haben nur einen Kahn.
Wenn eure Eltern nichts dagegen haben, könnt ihr meinen Kahn haben, aber ihr müsst fragen! Beißen etwa die Karpfen dort, fragte er und schaute uns an.Nein nein! Wir wollten nur mal woanders probieren, sagten wir gleichzeitig.Wir mussten das so sagen, sonst wäre er noch selber gefahren.Na gut, aber der Kahn muss wieder sauber gemacht werden, sagte er.
Nach dem wir unsere Eltern gefragt hatten und sie zustimmten, packten wir unsere Sachen ein. Der Bauern See war nicht weit von der Kolonie entfernt, so dass wir ihn zu Fuß erreichen konnten . Wir bekamen die Erlaubnis unserer Eltern heute länger bleiben zu dürfen, denn wir wollten anschließend auf Aal sitzen bleiben. Wo steht denn der Kahn von ihm, fragte Frank. Es ist die Nr.16, hatte er gesagt, meinte Robby. Hier, sagte ich und zeigte mit dem Finger auf einen grünen Kahn. Dann liegt unser Kahn ja ganz in der Nähe, sagte Frank und wir verstauten alle unsere Sachen. Wir paddelten in die Mitte des Sees, wo eine Krautbank war und ankerten dort. Die Kähne stellten wir so auf, dass wir uns ungefähr 20 Meter gegenüber sassen. Der See ist relativ flach. Er hat eine Durchschnittstiefe von vier Meter und der Gewässerboden ist modderig. Mit 10,16 ha Wasserfläche ist er kein großer See, hat aber eine gute Lage. Man kann ihn mit dem Fahrzeug umfahren und er hat auch viele Angelstege, die aber oft besetzt waren. Da kann man vom Kahn natürlich besser angeln und man sitzt nicht so gedrängelt.
Nach dem wir unsere Angeln ausgepackt hatten, loteten wir die Tiefe aus. Bei mir ist es 2,5 Meter, sagte Frank.
Nach dem Loten fütterten wir erst einmal an - aber nur wenig, denn wir wussten ja nicht ob die Stelle gut ist und wir doch noch wechseln würden. Es war windstill und die Sonne schien immer noch, aber ich hatte ja Creme bei. Da ich blond und hellhäutig bin, bekomme ich auch schnell einen Sonnenbrand, deshalb ließ ich auch immer ein Hemd an und einen Anglerhut auf dem Kopf, den wir sowieso hatten. Mein Bruder versuchte es mit einer Stippe und fing ein paar kleine Rotaugen. Das sind gute Aalköder, sagte ich. Kann sie ja auf heben, sagte Robby und steckte sie in den Kescher.
Es war 15.00 Uhr, der Planet drückte und es war nichts los. Da fiel mir ein, ich könnte ja noch ein bisschen Anfüttern. Ich nahm Futter aus dem Eimer und formte mir eine Kugel, stand auf und schleuderte sie raus. Aber mein Schwung war wohl doch ein wenig zu doll, denn sie flog zu weit und landete genau im Kahn gegenüber, knapp an Ingos Kopf vorbei. Mein Bruder fing an zu lachen und ich auch.
Das kann ich auch, sagte Ingo.
Nahm ebenfalls eine Handvoll Futter und warf sie uns entgegen.
Aber seine Kugel zischte über Robby`s Kopf hinweg. Nur weil er sich  rechtzeitig in Deckung bringen konnte, traf er ihn nicht. Ich war es gar nicht, rief Robby, das kriegst du zurück.
Auch er formte sich eine Kugel und schleuderte sie zum Feind  zurück. Nun stellte Frank auch das Angeln ein, denn er entschied sich für unser Spiel. Nach dem wir unsere Angelstellen gegenseitig anfütterten und die Kähne mit Futter so richtig eingesaut waren, stellten wir das Feuer wieder ein. Waffenstillstand, rief ich rüber.
Wir müssen die Kähne wieder sauber machen, sonst bekommen wir die Kähne nie wieder, sagte ich.
Nach dem wir, Robby und ich, fast eine Stunde gebraucht hatten den Kahn wieder sauber zu bekommen, widmeten wir uns wieder dem Angeln - zu. Mittlerweile war es schon 17.30 Uhr und das Wetter wurde erträglicher.

Wollen wir hier stehen bleiben, oder woanders hinfahren, fragte Frank.
Wir können doch bleiben, wo wir schon so schön angefüttert haben, meinte ich zu Frank.

Mir drückt die Blase, sagte ich zu Robby, stellte mich hin und pinkelte über die Bordwand.
Auf einmal sah ich wie sich meine Angelrute aus dem Kahn verabschieden wollte, denn
ich hatte vergessen den Bügel von der Rolle auf zu machen.
Blitzschnell drehte ich mich zur Seite und griff nach der Rute, die ich gerade noch erwischte. Zuerst lockerte ich die Bremse von der Rolle, so dass der Fisch erst einmal abziehen konnte. Nach dem ich bemerkte, dass ich mich von oben bis unten bepinkelt hatte, versuchte ich mich mit einer Hand anzuziehen.

Als ich das geschafft hatte, konnte ich mich endlich wieder dem Fisch widmen, der kräftig Schnur nahm.

Die Anderen lachten natürlich als sie sahen das ich mich bepinkelt hatte, weil sie dachten ich hätte beim Pinkeln den Halt verloren. Sie verstummten aber schnell als sie sahen, wie sich meine Angel krümmte. Mit gebogener Rute und knarrender Bremse stand ich im Kahn und versuchte den Fisch zu kontrollieren, was mir nach einer Weile auch gelang. Hast’e einen Karpfen dran, rief Frank rüber. Ich weiß es noch nicht, aber wahrscheinlich, rief ich zurück.
Der Fisch zog in Richtung Krautbank und ich konnte es gerade noch verhindern, bevor er fest hing. Nun wurde er schwächer und ich konnte ihn langsam zum Kahn drillen.

Ich versuchte den Kopf des Fisches, der wie wir sahen, doch ein Karpfen war, über Wasser zu bekommen.
Noch ein Stück näher, sagte Robby, und kescherte ihn gleich beim ersten Mal.

Oje klagte ich, der Haken hing ja nur ganz knapp in der Lippe. Wahrlich, hast’e noch mal Schwein gehabt, sagte Robby, mit hochgezogener Miene.
Wie groß ist er denn, fragte Frank.
Nach dem wir den Karpfen aus dem Kescher geholt hatten und ich den Haken aus der Lippe nahm, hatte Robby schon ein Maßband in der Hand.
59,5 cm, rief er. Toll und das mit meinem Futter sagte Ingo und schüttelte den Kopf. An euer Zeug und meinte unser Futter, geht kein Schwein, meinte Frank. Deshalb haben wir unser Futter auch zu Euch geschmissen, sagte ich und wir lachten. Nach einer Weile kamen zwei Erwachsene mit einem Kahn vorbei gerudert. Na, beißen die Fische, fragte einer der beiden. Geht so, sagte Robby, hier fangen nur die große Fische, die ins Wasser pinkeln.
Ich glaube das hatte er nicht verstanden, denn sie schauten sich an und paddelten weiter. Es wurde langsam dunkler und Robby hakte sich einen Köderfisch an seine Angel an.
Ich versuche mal ob vielleicht ein Aal beißt, sagte er.
Jetzt fing Ingo auch einen Fisch, es war eine Schleie von 40 cm Länge. Die Schleie war fett und hatte eine schöne grüne Farbe. Als wir schon nichts mehr sahen tauschten wir unsere Posen gegen Leuchtposen aus, die man prima im dunkeln sehen konnte. Ich schaute zum Wasser und sah, wie kleine Fische immer wieder die Wasseroberfläche durchbrachen, um Mücken zu fangen.

Als ich so vertieft auf einem Fleck starrte und dem Treiben der Fische zu sah, klatschte es ganz laut, so dass ich mich richtig erschrak. Da hat ein Raubfisch zugeschlagen, sagte Robby.

Wir sahen wie das Wasser noch sprudelte und die kleinen Fische verschwunden waren. Ich nahm meine Angel und rollte sie ein, um ebenfalls einen Köderfisch an zu bringen und warf diesen genau dort hin, wo es gerade geraubt hatte. Der ist schon lange wieder verschwunden, rief Frank, der das Rauben auch beobachtete.
Der wird sich gleich mein Fischchen schnappen, sagte ich und schaute gespannt zur Pose. Nach einer kurzen Weile bewegte sich Robby’s Pose, langsam nach rechts. Ich habe einen Biss, sagte Robby.
Alle schauten zu Robby’s Pose hin, die hell leuchtete. Mal zog sie nach rechts, mal zog sie nach links, dann war sie kurz getaucht, aber kam sofort wieder hoch. Wenn das ein Hecht sein soll, spielt er ganz schön lange mit deinem Köderfisch herum, sagte Ingo.
Vielleicht ist es ein Zander und der Köderfisch zu groß, sagte ich.
Nein  nein, der ist genau richtig, sagte Robby und hatte die Angel bereits in der Hand. Endlich tauchte die Pose endgültig ab und Robby zählte bis 10 und riss die Angel hoch.
Unser Vater hatte uns einmal gesagt, wenn ein Raubfisch beißt muss man ihm Zeit lassen zu schlucken. Am besten man zähle langsam bis 10.
Ich habe ihn, sagte Robby und seine Rute bog sich wie ein Flitzebogen.
Ist es ein Hecht oder Zander, fragte Frank, ganz ungeduldig. Weiß nicht, sagte Robby. Der ruckelt immer so, meinte er, und blieb ruhig im Kahn sitzen. Kurz darauf plätscherte es an der Oberfläche des Wassers und ich leuchtete mit einer Lampe. Mensch, sagte ich das ist ja ein riesen Aal! Da mein Unterfangkescher zu große Maschen hatte, konnten wir ihn auch nicht keschern.
Was machen wir jetzt, fragte Robby, ich kann ihn doch nicht raus heben. Ganz einfach, sagte ich.

Wir setzten uns auf dem Bootsrand so dass, das Wasser fast in den Kahn lief und Robby zog den Aal schnell über die Kante. Den haben wir, sagte ich und warf ein Handtuch über den Aal.
Robby packte schnell zu, damit er nicht unter den Rosten verschwinden konnte und steckte ihn in den Eimer. Schöner Bursche, sagte Robby und zitterte noch mit den Händen vor Aufregung. Wie lang ist er denn, fragte Ingo und Frank fast gleichzeitig.
Ich schätze um die 80 cm, sagte ich. Auf der Kolonie stellte sich heraus, dass er sogar 87 cm war.

Frank fing auch noch einen Karpfen von 48 cm, bevor wir Schluss machten.
Es war schon nach 24.00 Uhr, die Fische wollten nicht mehr beißen, aber wir hatten ja alle was gefangen und so ging ein schöner Angeltag zu Ende.

Angeln für die Kompanie
Wir hatten als Jugendliche noch schöne Abenteuer beim Angeln erlebt, aber alles geht einmal vorbei. Ich feierte meinen 18.Geburtstag und hatte meine Lehre im August, erfolgreich beendet. Im darauffolgendem Jahr, Mai 1976, wurde ich zur Armee eingezogen.
Nun konnte ich das Angeln erst einmal vergessen! Ich glaubte nicht dass ich in der Zeit meines Wehrdienstes zum Angeln kommen würde. Ich wurde nach Berlin beordert und die Zeit schlepp­te sich so langsam hin. Auf meinem Zimmer, das ich mit 3 Kammeraden teilen musste, befand sich ebenfalls ein Sportfreund, der gern angelte. Wir tauschten untereinander unsere Angelerleb­nisse aus. Eines Tages mussten wir 12 Wochen zum Feldlager nach Königs Wusterhausen zum Wache schieben.
In Königs Wusterhausen gab es viele Seen und Fließe und ich hatte Glück, dass ich an einem dieser Gewässer meinen Dienst schieben musste. Dieses Gewässer war ein Fluss mit dem Namen Dahme. Das Objekt, das wir bewachen mussten, grenzte genau an diesem Fließgewäs­ser. Unser Oberleutnant fragte uns wer denn heute freiwillig den ersten Tag Wache stehen möchte.
Als sich natürlich keiner meldete, trat ich vor und sagte: ich, Genosse Oberleutnant.
Sehr tüchtig, Genosse Soldat, sagte er.
Ich wollte das Gewässer ein bisschen genauer betrachten und das geht bei Tageslicht natürlich am besten. Meine Schicht begann um 17.00 Uhr und endete um 21.00 Uhr.
Als ich abgelöst wurde, ging ich direkt zu meinen Kammeraden ins Zimmer, die natürlich wussten warum ich der Erste sein wollte. Na haste Fische gesehen, fragten mich die Kammeraden.Logisch, sagte ich.
Mein Kumpel Bernd, der auch Angler war, der aber auf einem anderen Zimmer verlegt wurde, kam gleich angerannt. Na wie sieht es aus, fragte er. Also, sagte ich, hier in unserem Gebiet wo die Dahme angrenzt ist das Flüsschen schät­zungsweise 50 Meter breit. Die Strömung ist relativ schwach und die Ufer sind von beide.


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Seiten mit Schilf und Kraut bewachsen.

“Das ist ja prima!”, sagte Bernd.

“Da muss es ja Fisch ohne Ende geben!”, - und rieb sich die Hände.

“Das Stimmt ..., vor allem Aale”.  “Jetzt brauchen wir nur noch Angeln”. meinte ich.

“Kein Problem! Morgen habe ich Ausgang, da rufe ich meinen Bruder an und der bringt uns welche her. Hauptsache du bekommst es mit unserem Oberleutnant auf die Reihe. Du hast ja bei ihm einen Stein im Brett!”, sagte Bernd.

“In unserer Freizeit werden wir doch angeln gehen dürfen!”, meinte ich.

“Ich werde ihn nach dem Abendbrot fragen!”sagte ich und ging wieder in mein Zimmer zurück. Gleich nach dem Abendbrot, ging ich zu ihm hinüber.

“Genosse Oberleutnant, ich möchte Sie etwas fragen?”

“Fragen sie...., Genosse Soldat!”, sagte er und schaute mich an.

“Ich wollte nur fragen, ob wir in unserer Freizeit ein bisschen angeln gehen dürfen?”

“Ach......, Sie sind Angler?”. “So richtig mit Ausweis und Verein?”, fragte er.

“Ja ...,Genosse Oberleutnant!”, erwiderte ich.

“Ich war auch einmal Angler!”, sagte er und holte ein Bild aus seinem Schubfach hervor.

“Der war 40 kg ...!”, sagte er, und zeigte mir sein Foto, wo er mit einem Wels abgebildet war.

“Nicht schlecht!”, sagte ich . “Und warum angeln sie jetzt nicht mehr?”

“Leider habe ich keine Zeit mehr zum Angeln”, sagte er und schaute sich sein Bild verträumt und etwas traurig an.

“Für sein Hobby sollte man sich immer Zeit nehmen - Genosse Oberleutnant.

Angeln bedeutet nicht nur Fische fangen, sondern man muss auch die Natur lieben, als richtiger Angler!”, meinte ich.

“Sie haben recht”, sagte er und schaute wieder hoch.“Wo wollen sie denn angeln gehen?”, fragte er.

“An der Dahme, die hier am Objekt vorbeifließt!”, sagte ich.

“Das wird nicht gehen ...!”, sagte er. “Das ist eine « Wachstrecke » vom Objekt und die darf keiner betreten, der nicht auf Wache ist!”

“Und außerhalb der Strecke?”, fragte ich.

“Da müssen sie einen Ausgangsschein haben!”, sagte er.

“Aber am Wochenende haben wir keinen Dienst, Genosse Oberleutnant!”, sagte ich

“Wer ist wir?”, fragte er.

“Soldat Bernd Mücke und ich! Genosse Oberleutnant”.

“Ist er auch Angler?”, fragte er.

“Ja ..., Genosse Oberleutnant und wir wollten auch mal nachts auf Aal angeln.”

“Wenn sie mir versprechen, dass sie die Zeit nicht benutzen um Alkohol zu besorgen, dann bekommen sie von mir einen Ausgangsschein bis 2.00 Uhr morgens!”, sagte er.

“Das ist natürlich Ehrensache Genosse Oberleutnant!”, sagte ich und strahlte vor Freude.

“Wenn sie Aale gefangen haben, möchte ich auch einen ab haben!”, sagte er und schmunzelte.

“Zu Befehl ..., Genosse Oberleutnant!”, sagte ich, machte Ehrenbezeigung und ging wieder aus seinem Zimmer.

Draußen wartete schon Bernd ganz ungeduldig und fragte: “Na ..., wie ist es gelaufen?”

“Alles Paletti ...! Wir haben am Wochenende Ausgang bekommen, bis 2.00 Uhr nachts”, sagte ich.

An den nächsten Tagen bis zum Wochenende, mussten wir beide Wache schieben.

 

Ich war auf ihn neidisch, weil er unten am Wasser Wachdienst schieben konnte und ich auf dem Turm, wo ich nur die Straße sehen konnte. Wenn man auf etwas wartet, geht die Zeit überhaupt nicht vorbei. In der Zwischenzeit war Bernd’s Bruder auch hier gewesen und hatte uns die Angeln gebracht. Endlich war Wochenende und wir konnten es gar nicht erwarten das es endlich 14.00 Uhr wurde, denn unser Ausgangsschein begann erst ab 14.00 Uhr.


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Außerhalb der Wachstrecke hatten wir uns schon Tage vorher, eine gute Stelle ausgeguckt. Unser Anfutter hatten wir uns aus der Küche besorgt. Der Koch wunderte sich, als wir nach Haferflocken und Maismehl fragten. Als wir ihm erklärten wofür wir das brauchten, gab er uns noch ein paar gekochte Kartoffeln da zu.

“Wollt ihr euch etwas zu Essen mitnehmen?”, fragte er. “Ich habe noch ein paar Bouletten und ein bisschen Kartoffelsalat übrig!”

“Das wäre ja prima ...!”, sagten wir gleichzeitig.

“Aber wenn ihr Aale gefangen habt, möchte ich auch einen haben!”, sagte er und zeigte uns seine große Pfanne.

“Das ist doch klar!”, sagte Bernd.

“Jetzt sind es schon zwei, die Aale haben wollen!”, sagte ich, hoffendlich fangen wir überhaupt was.

Schöne große Würmer hatten wir uns ein paar Tage zuvor schon besorgt. Das Wetter war prima, schön windstill, warm und nicht zu sonnig. Am Ufer standen einige Büsche und ein großer Baum, wo wir uns in seinen Schatten nieder setzten. Bevor wir angeln konnten, mussten wir erst ein bisschen Schilf schneiden, dass ziemlich hoch gewachsen war. Das war ein gutes Zeichen, dass hier keiner vorher geangelt hatte. Bernd warf seine Ruten stromaufwärts und ich strom­abwärts. Nach dem Füttern mussten wir nicht lange auf Fische warten, denn Blei, Güstern und Plötzen bissen wie verrückt. Da wir unsere Würmer nicht bis zum Abend schon verbrauchten, hatten wir jeder nur noch eine Angel im Wasser. Wir wollten ja nicht nur Weißfische fangen, sondern Aale. Auf der anderen Seite des Flusses, besuchten uns ein paar Rehe, die keinerlei Scheu hatten. Auch eine Wasserratte mit ihren drei Jungen schwamm an uns vorbei. Bernd fing einen schönen Döbel von 50 cm länge, den wir aber wieder schwimmen ließen, weil die Döbel doch viele Gräten haben. Gegen 19.00 Uhr machten wir erst einmal Pause und aßen unser Abendbrot, dass wir von unserm Koch bekommen hatten.

“Die Bouletten sind prima”, sagte Bernd und der Salat ist auch gut.

“Ja, ja ...”, sagte ich mit vollem Mund.

Nach einer Weile, so gegen 20.00 Uhr, angelten wir weiter, aber es kamen nur Bleie und Güstern zum Vorschein.

“Ich glaube es gibt hier bloß Weißfisch!”, sagte Bernd und warf wieder eine Güster ins Wasser.

“Wenn wir nicht mehr füttern, dann werden sie schon aufhören!”, sagte ich und warf meine Angel zu einer anderen Stelle hin.

Gegen 22.00 Uhr wurde es etwas dunkler, aber man konnte noch gut sehen.

“Will es denn heute überhaupt nicht dunkel werden?”, fragte Bernd.

“Na ja ..., heute haben wir Vollmond und es ist sternenklar”, sagte ich.

“Man sagt ja, wenn der Vollmond scheint, beißen die Aale schlecht!”, meinte Bernd.

“Habe ich auch gehört!”, sagte ich. “Aber das muss ja nicht immer stimmen, denn ich habe auch schon Aale bei Vollmond gefangen!”

Jetzt wo es dunkler wurde, stellten wir unsere Angelruten steil nach oben und machten ein bisschen Silberpapier an die Spitzen der Angeln, damit man sie bei einem Biss besser sehen konnte.

“Jetzt hat die linke Angel geruckt!”, sagte Bernd leise.

Er nahm die Rute in die Hand und fühlte mit dem Finger an der Schnur.

“War bestimmt nur wieder eine Güster!”, meinte er und rollte die Schnur ein.

“Der hat mir den Wurm geklaut!”, sagte er.

Nahm seine Rute, nachdem er einen neuen Wurm angehakt hatte und warf sie wieder aus.

Jetzt hatte ich einen Biss, sagte aber nichts und wartete. Ich nahm die Angel in die Hand, sie ruckte in meiner Hand noch einmal und ich riss die Rute hoch.

 

“Ich habe einen Aal gefangen!”, sagte ich und steckte ihn gleich in dem Bottich, den wir auch aus der Küche mit nahmen und mit Wasser gefüllt hatten.


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“Wie groß ...?”, fragte Bernd.

“Ungefähr 50 cm. Hat aber meinen Haken weit geschluckt, so dass ich das Vorfach abschneiden musste!”, antwortete ich.

“Ist doch nicht schlimm, mein Bruder hat doch genug Aalhaken mitgebracht! Und außerdem schneide ich die Vorfächer immer ab, denn Aale schlucken meistens tief!”, meinte er.

Ich hatte gerade einen neuen Haken an meiner Angel gebunden, da wackelte auch meine zweite Angel. Schnell legte ich die erste Rute aus meiner Hand, nahm die Zweite und schlug an. Diesmal rappelte es etwas doller an meiner Angel und es plätscherte auch lauter auf der Wasser­oberfläche.

“Haste schon wieder einen ...?”, fragte Bernd.

“Ja ..., aber der ist besser!”, sagte ich.

Jetzt kam Bernd zu mir, machte gleich den Deckel vom Bottich auf und ich konnte ihn hältern.

“Der hat seine 70 cm!”, sagte er. Aber jetzt bin ich auch einmal dran ..., und ging zu seine Angeln zurück. Ich warf beide Angeln wieder aus und mußte nicht lange warten, da hatte ich schon wieder einen Aal gefangen und es folgte ein Vierter.

Bernd kam jetzt nicht mehr rüber und sagte nur: “Bei Dir muss doch ein Nest sein!” und mur­melte sich was in den Bart, den er nicht hatte.

Endlich hatte er auch einen Aal gefangen und gleich einen guten, der zwischen 60 - und 70 cm war.

“Jetzt geht es bei Dir los!”, sagte ich und freute mich dass er nun auch Aale fing.

Ich hatte noch drei Aale gefangen, so dass ich insgesamt 7Aale und Bernd 4 Aale hatten.

“So eine Nacht mit 11 Aale, kommt auch nicht oft vor!”, sagte ich zu ihm und das bei Vollmond.

“Die müßte man räuchern können!”, sagte Bernd.

“Ich kann ja mal unseren  Oberleutnant fragen, ob es eine Möglichkeit gäbe die Aale räuchern zu können!”, sagte ich.

Es war schon nach 1.00 Uhr und da wir ja um 2.00 Uhr wieder im Objekt sein mussten, packten wir unsere Sachen ein und gingen los. Um 7.00 Uhr wurde die Kompanie mit einer Trillerpfeife geweckt. Ich hatte keine Lust zum Aufstehen, aber wir mußten ja zum Frühstück vollzählig antreten. Als wir in der Küche ankamen und zur Essenausgabe gingen, stand unserer Koch dahinter.

“Wo sind die Aale ....?”, rief uns der Koch gleich entgegen und drohte scherzhaft mit dem großen Küchenmesser.

“Wir haben gut gefangen!”, sagte Bernd gleich.

Ich ging zum Koch und berichtete ihm, über unserem Fang.

“Weißt du nicht eine Möglichkeit, die Aale räuchern zu können?”

“Na ja ...,” grübelte er. “ Ich habe auf dem Hof ein altes Regenfass gesehen, vielleicht

ist es noch in Ordnung!”

Nach der Essenausgabe trafen wir uns auf dem Hof und schauten uns das Fass an.

“Das ist noch gut”, sagte der Koch. “Ist zwar ein bisschen angerostet, aber das können wir ausbrennen”, meinte er.

Wir suchten uns ein paar Mauersteine für unsere Feuerstelle und stapelten sie im Kreis auf. Jetzt nahmen wir das Fass und stellten es auf die Steine und machten ein Feuer.

“Ihr müsst ein bisschen am Fass klopfen, dass der Rost abfallen kann!”, sagte der Koch.

Als das Fass von innen sauber war, bohrten wir oberhalb vier Löcher und schoben zwei Eisens­tangen nebeneinander hindurch. Als Bernd und ich mit der Arbeit fertig waren, kam der Koch und brachte einen Jutesack mit.

“Da mit der Räucherqualm auch im Fass bleibt!”, sagte er. “Ihr müsst ihn nur schön nass halten sonst verbrennt er!”.

 

Wir suchten uns ein paar Fahrradspeichen, bogen sie zu Hacken und spießten die Aale daran auf. Der Koch brachte einen kleinen Schinken und ein paar grobe Grillwürste und hängte sie mit ins


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Fass.

“Das gibt einen guten Geschmack!”, sagte er.

Jetzt nahm ich ein paar feuchte Holzspäne und bedeckte die Flammen damit, so das sie aus gingen und nur noch das Holz glühte.

Nach einer Weile verteilte sich der Räucherqualm auf dem ganzen Gelände und die Leute fragten sich, wo wohl der Qualm herkam.

“Na ..., wie sieht es aus?”, fragte der Koch. “Ich habe schon Nachfragen was es heute zum Mittag gäbe!”.

“Wir sind gleich soweit und bringen Dir dann alles in die Küche!”, sagte ich.

Als wir fertig waren und dem Koch den Fisch und die Würste in die Küche brachten, ging ich zum Oberleutnant in’s Zimmer, der von Nichts mitbekam.

“Genosse Oberleutnant wir haben eine Überraschung für Sie!”

“Was ..., eine Überraschung?”, fragte er verdutzt.

“Habe ich meinen Geburtstag vergessen ....”- und schmunzelte.

“Nein, nein!”, sagte ich, wir wollen Sie nur zum Essen einladen.

“Na das ist gut, ich habe auch schon Hunger! Was gibt es denn Schönes ....? Lassen Sie sich überraschen, Genosse Oberleutnant.”, sagte ich.

Als wir bei der Küche ankamen, hatte sich unsere Truppe, die aus 20 Mann bestand, auch schon eingefunden und wir gingen gemeinsam in den Speiseraum. Der Koch und Bernd hatten einen langen Tisch gedeckt und wir setzten uns.

Hat hier einer Geburtstag, kam es aus den Reihen?

“Nein ...., der Koch hat sich etwas ausgedacht!”, sagte ich.

Der Koch brachte eine große Schüssel Kartoffelsalat und die in Scheiben geschnittenen geräu­cherten Aale. Bernd stellte einen Teller mit Räucherwürsten auf den Tisch und sagte: “Guten Appetit!”

“Na das ist ja mal was Genaues ...!”, sagte der Oberleutnant.

“Wir haben doch versprochen dass es Aal gibt, wenn wir Ausgang bekommen!”, sagte Bernd.

“Wir hätten ihn ja gern ein Bier angeboten, Genosse Oberleutnant ..., aber wir dürften ja kein Alkohol mitbringen!”, sagte ich und alle am Tisch lachten.

“Wenn mal alle Versprechen so eingehalten werden!”, sagte der Oberleutnant, schaute zum Soldaten Schmidt rüber, der beim letzten Ausgang volltrunken wieder kam.

Einige Kammeraden aßen keinen Fisch, aber wir hatten ja noch die Würste und den aufge­schnittenen Schinken, der fantastisch schmeckte. Das war eine prima Mahlzeit, aber leider mussten einige von uns wieder auf Wache und beendeten deshalb die Runde. Bernd und ich hatten noch frei bis Montag.

Das Feldlager ging vorbei und auch die Armeezeit, die wir nicht unbedingt bedauerten. Ich traf mich mit Bernd, der aus Leipzig kam, auch später zum angeln und hatten noch eine schöne Zeit und viel Spaß.

 

 

 

Das erste Mal an der Elbe!

 

In den darauffolgenden Jahren ist einiges geschehen:

Ich hatte geheiratet und meine Frau Sylvia, schenkte mir zwei Töchter die wir gemeinsam aufzogen. Leider sind sie keine Angler geworden, den ich mein Anglerwissen hätte weiter geben können .

1989 fiel die Mauer und wir wurden « ein » Deutschland. Politisch änderte sich einiges und es entstand eine neue Gruppe von Menschen,- «die Wendehälse ». Aber Politik ist nicht mein Ding.

Als ich das Erste mal mit meiner Familie und meinem Bruder über die ehemalige Grenze

 

ging, um uns dort die Geschäfte anzusehen, steuerten wir natürlich zuerst die Angelläden an. Als


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wir einen gefunden hatten und wir eintraten, blieb uns der Mund offen stehen. Eine solche Vielfalt an Angelausrüstungen hatten wir noch nie gesehen. Da gab es Angelruten aus reinem Kohlefaser die beringt und auch unberingt trotz ihrer Länge, so leicht waren. Angelrollen mit mehreren Kugellagern, die sich so leicht, kraftvoll und mit hoher Umdrehungszahl bedienen ließen.

Ich weiß nicht mehr wie lange wir uns in dem Angelladen aufhielten, aber ich merkte das sich der Rest der Familie langweilte.

Mein Bruder und ich, bekamen vom Eigentümer ein paar Gastgeschenke und Katerloge, die ich zu Hause mit Begeisterung studierte.

Von meinem ersten « Westgeld » kaufte ich mir zwei neue Angeln und zwei Rollen, die wir am Wochenende natürlich gleich ausprobierten.

Bei der Anglerversammlung hörte ich wie sich drei Sportfreunde über die Elbe unterhielten, und das sie dort schöne Hechte gefangen hatten.

Da ich noch nie an der Elbe war, hörte ich gespannt zu und schnappte ein paar Ortschaften wie Wittenberg, Elster, Mühlanger, Pretzsch und Prettin auf.

Zu Hause erzählte ich es meinem Bruder und wir suchten im Autoatlas nach den Ortschaften.

Da die Elbe ein Fischereigewässer ist, mussten wir uns eine Karte holen, die im Jahr 60,- Mark betrug. Aber das war uns egal, denn wir wollten ein neues Gewässer kennen lernen.

Aber das « Kennenlernen » war nicht so einfach. Wir fanden zwar die Ortschaften, aber damit hatten wir noch nicht die Elbe gefunden !

Wir nahmen uns zuerst die Ortschaft Mühlanger vor, weil wir diese Ortschaft zuerst auf der Karte fanden. Mühlanger ist ein Örtchen vor Wittenberg, mit einer kleinen Gemeinde. Im Prinzip gibt es auch nur eine Hauptstraße, die von Wittenberg in Richtung Jessen führt.

Viele Wege zweigten von der Hauptstraße ab, aber oft war nur einer der Richtig.

Der eine Weg endete auf einem Acker, ein anderer auf einer Wiese und der nächste am Wald­rand. Natürlich war auch nie jemand zu Stelle, den man hätte fragen können.

Nach einer guten Stunde suchen, waren wir wieder auf dem Hauptweg angekommen, wo ein Auto an uns vorbei fuhr.

“Da sassen zwei Angler drin ...!”, los hinter her!”rief mein Bruder.

Ich wendete das Auto und fuhr den Beiden nach.

Der Weg führte uns wieder zur Wiese wo wir schon einmal waren.

“Hier waren wir doch schon!”, sagte mein Bruder.

“Und wo sind die Beiden jetzt hin?”, fragte ich.

“Da sind Spuren auf der Wiese”“die müssen quer über die Wiese gefahren sein!”, sagte mein Bruder.

Das Gras war sehr hoch und man sah keine Löcher in die man hätte fahren können, aber ich versuchte immer auf den selben Spuren meiner Vorgänger zu fahren.

Nach etwa zwei Kilometer sahen wir einen Hochwasserschutzdamm, der eine Durchfahrt hatte.

Als wir den Damm hinter uns hatten, sahen wir in voller Schönheit die Elbe mit ihren Buhnen.

Wir fuhren noch ein Stück am Wasser entlang.

“Da hinten wo der große Baum steht ist eine gute Stelle”, sagte ich.

Der Baum warf einen großen Schatten und die Buhne war hier gut begehbar. Ich stellte das Auto unter den Baum und wir gingen erst einmal auf die Buhne.

“Ist das hier schön ....!”, sagte ich.

Die Buhne war etwa 20 Meter breit, 80 - 100 Meter lang, mit großem Pflaster gemauert, Büsche, kleine Bäume und Gras bewachsen.

Die Wasserströmung war sehr hart und kleine Strudel bildeten sich an der Strömungskante. Hier und da sprangen kleine Fische aus dem Wasser.

Wir schauten zu, wie sich gerade ein Frachtschiff stromauf quälte und an uns vorbei fuhr.

 

Die Bugwelle türmte sich auf und klatschte gegen die Buhne so das, dass Wasser die Buhne lang


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hoch spritzte und wir ein Stück zurück gehen mußten, um nicht nass zu werden.

Ein Mann der auf dem Schiff stand, warf Essensreste über Bord und Möwen die dem Schiff folgten, stürzten sich wie wild ins Wasser und kamen mit einem Stückchen Brot oder Kartoffel wieder hoch. Da warteten aber schon die Anderen und klauten sich gegenseitig das Futter aus dem Schnabel.

“Ich hole mir mein Angelzeug!”, sagte mein Bruder.

“Ich komme mit”, sagte ich und wir gingen zum Auto.

Mein Bruder schnappte sich sein Blinkerzeug und seine Rute.

“Ich gehe zur nächsten Buhne!”, sagte Robby.

Die Buhnen waren etwa 100 - 150 Meter auseinander, nur im Kurvenbereich der Elbe gab es keine Buhnen.

“Ich bleibe gleich hier und gehe dann stromaufwärts!”, sagte ich und lief mit meiner neuen Rute, wieder auf die Buhnen zurück.

Ich stellte mich an der Buhnenspitze auf einer kleinen Plattform aus Steinen  und probierte gleich meinen neuen Blinker aus. Den Blinker warf ich stromabwärts und zog ihn gegen die Strömung wieder ein. Aber ich merkte schnell, dass die Strömung zu stark war. Mein Blinker schafte es nicht bis auf dem Grund zu kommen, denn er war zu leicht und trudelte deshalb nur an der Wasseroberfläche herum. Wenn ich stromaufwärts den Blinker geworfen hätte, wäre er wider zu schnell unten gewesen und der Blinker wäre hängen geblieben.

Da ich keine schweren Blinker bei hatte, nahm ich eine Bleikugel von ungefähr 10 Gramm und klemmte sie 5cm vor dem Blinker an die Schnur.

Ich merkte nach dem Auswerfen, dass der Blinker nun auf dem Gewässergrund auftippte. Ich zog den Blinker einen halben Meter nach oben und ließ ihn wieder fallen. Die Strömung ließ den Blinker schön taumeln, aber der Nachteil war, dass ich viele Hänger hatte, gerade im Bereich des Buhnenkopfes.

Bei Hochwasser ist die Strömung besonders stark und Steine die sich ausspülten rollten ins Wasser und verteilten sich dort. Dazu kahm Treibgut stromab geschwommen und blieb an den Steinen liegen, so entstanden immer wieder neue Hänger die man nicht berechnen konnte.

Nach ein paar Würfen verhängte sich mein Blinker so sehr, dass ich ihn nicht mehr abbekam und ich ihn abreißen musste.

Verärgert nahm ich meine Angel und ging wieder zum Auto.

Mit einer Köderfischangel und einer Dose Maden ging ich wieder auf die Buhne zurück. Aber diesmal setzte ich mich in die Mitte der Buhne, wo die Strömung nicht so stark und das Wasser nicht so tief war. Mit einem kleinen Haken und einer Made versuchte ich einen Köderfisch zu bekommen. Ich stellte verschiedene Tiefen ein und wechselte immer wieder den Angelplatz, aber es wollte kein kleiner Fisch beißen.

Ich schaute verärgert zu wie kleine Fische an der Wasseroberfläche spielten, aber zu weit vom Ufer und meiner Stippe entfernt.

Auf einmal jagte ein kleiner Fisch an mir vorbei und ein großer Schatten hinterher.

“Das war bestimmt ein Hecht!”, sagte ich zu mir und ärgerte mich, dass ich kein Köderfisch hatte.

Da viel mir ein, das ich mir ja im Angelladen einmal einen Gummifisch gekauft hatte, aber zu Hause an unserem Gewässer nie was damit anfangen konnte. Gummifische waren eine neue Art von Kunstködern die aber keiner so richtig kaufte, außer die Meeresangler als Beifänger.

Der Gummifisch hat einen Bleikopf mit einem großen Einzelhaken, der dem Gummifisch wie eine Flosse aus dem Rücken schaut. Es gibt verschiedene Farben von Gummifische, aber ich entschied mich für gelb-grün kombiniert.

Schnell holte ich wieder die Wurfrute aus dem Auto und hängte den 16 cm langen Gummi an,

stellte mich wieder in die Mitte der Buhne, warf den Köder aber diesmal zur

 

Spitze der Buhne und zog ihn von der Strömung ins ruhige Wasser.


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Der Gummifisch bewegte sich gut und wackelte wie ein echter Fisch mit dem Schwanz.

Nach ein paar Würfen merkte ich, dass man ihn nicht wie einen Blinker führen darf.

Man muss den Gummifisch langsamer führen und ihn immer wieder zum Grund trudeln lassen, denn so imitiert man einen kranken Fisch, der für den Räuber eine leichte Beute zu sein scheint.

Nach dem Einwerfen des Gummifisches muss die Schnur gestrafft sein, damit man beim Absinken des Köders auch ganz feine Bisse in den Fingern spüren kann.

Ich setzte einen Wurf genau in einen Strudel der sich an der Strömungskante bildete.

In dem Augenblick wo der Gummifisch auf dem Wasser klatschte und gerade abtrudeln wollte, bekam ich einen kräftigen Hieb in der Angel, so das ich  richtig erschrak und die Angel verriss.

“Mist.......!, was war denn das?”fragte ich mir und war ganz verblüfft.

Ich holte den Köder schnell ein und schaute mir den Gummifisch genau an.

Bei einem Gummifisch kann man genau sehen was für ein Räuber gebissen hatte.

Wenn in dem Gummi feine Risse, wie mit einem Messer geschnitten sind, dann war es ein Hecht.

Wenn einzelne Löcher gebissen wurden, dann war es ein Zander.

Und wenn viele kleine Löcher auf dem Gummi sind, dann war es ein Wels.

Man kann die Bisse auch auf einem echten Köderfisch sehen.

Auf meinem Gummi waren einzelne Löcher zu sehen, deshalb war es ein Zander.

“Ich habe den Köder bestimmt zu schnell geführt”, sagte ich zu mir und warf ihn wieder zur selben Stelle aus.

Ich versuchte es noch ein paar mal, aber der Zander wollte nicht mehr, oder er war weg.

Ärgerlich nahm ich meinen Kram und ging zur nächsten Buhne. Die Buhne ähnelte sich der ersten Buhne, nur das sie nicht so lang war und ganz doll nach Zwiebeln roch. Das war natürlich auch kein Wunder, denn die Buhne war mit wildem Zwiebellauch bewachsen.

Der Buhnenkopf war etwas breiter und nicht so bewachsen, wie der Rest der Buhne.

Die Strömungskante war ausgeprägter, der ruhigere Bereich größer und das Wasser wirbelte nicht so stark wie bei der ersten Buhne.

Hier konnte man den Gummifisch besser führen und länger auf eine Stelle halten, da er nicht gleich von der Strömung erfasst wurde und weg trieb.

Ich stellte mich wieder in die Mitte der Buhne und warf zur Spitze.

Nach dem Eintauchen des Gummis bekam ich wieder einen heftigen Schlag in die Rute, aber jetzt war ich “auf der Hut” und riss die Angel hoch.

Die Rute krümmte sich wie wild, der Fisch zog mir die Schnur von der Rolle und flüchtete in Richtung Strömung.

Ich bremste den Fisch mit der Rolle etwas ab und zog ihn von der Strömungskante wieder in die Bucht zurück. Jetzt schoss der Räuber aus dem Wasser und schüttelte wütend  mit dem Kopf, um den Köder wieder los zu werden. In voller Länge zeigte sich ein sehr schöner Hecht, der aber noch ungefähr 40 Meter vom Ufer entfernt war.

Nach gefühlten 2 Stunden, die aber nur 10 Minuten waren, wurde der Hecht müde und ich drillte ihn zum Ufer, wo ich eine Handlandung machen konnte.

Der Hecht maß 97 cm und ich freute mich über den Fang.

Nun ging ich erst einmal wieder zum Auto zurück, um den Fisch zu versorgen.

“Na haste einen gefangen?”, rief mein Bruder mir zu, der schon am Auto stand.

“Ja ...., einen schönen Hecht!”, rief ich zurück.

Als ich am Auto ankam, sah ich zwei schöne Zander im Gras liegen und fragte: “Schöne Zander  ...,- wie lang sind Sie denn?”

“60 und 64cm “, sagte er. “Aber dein Hecht ist ja auch nicht schlecht”, meinte Robby.

“Ja ..., der ist 97cm!”, sagte ich und strahlte über beide Backen, weil es mein größter Hecht bis

 

weilen war.


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“Aber einen Zander würde ich auch gern noch haben, weil Sylvia lieber Zander mag!”, sagte ich.

“Ich mußte noch drei Buhnen weiter gehen, bevor ich den ersten Biss hatte!”, sagte mein Bruder. “Die beiden Buhnen vorher waren total verkrautet und ich hatte deshalb laufend Hänger, aber das sind gute Aalbuhnen, die wir uns merken müssen!”, meinte Robby.

Wir machten erst einmal eine Pause, aßen und tranken etwas.

“Wollen wir etwa noch auf Aal angeln?”, fragte ich verwundert.

“Warum denn nicht?”, sagte Robby.

“Darauf bin ich gar nicht eingestellt und ich habe auch gar keine Würmer bei!”, sagte ich.

“Ich habe zwei Büchsen Tauwürmer dabei, die werden uns doch reichen und ein Paar Köder­fische bekommen wir sicher auch noch!”, sagte Robby.

“Aber ich habe auch nur die Blinkerrute und eine Stippe bei, was ja nicht so schlimm wäre, denn ich könnte ja eine dickere Schnur an der Stippe knüpfen und ein kleines Grundblei vor dem Vorfach schalten, denn Aalhaken habe ich genug dabei”, sagte ich und kramte in meiner Tasche.

“Aber Köderfische angeln wird nicht einfach werden, denn ich habe es schon versucht und keinen gefangen”, meinte ich.

“Wir haben es jetzt 13.00Uhr ....,- und wenn wir bis 16.00Uhr keinen Köderfisch gefangen haben, können wir ja noch bis zum dunkel werden Blinkern und dann angeln wir auf Aal bis die Würmer verbraucht sind, ich gehe senken und du angelst mit der Stippe!”, sagte Robby.

Er zog sich Hose, Schuhe und Strümpfe aus, nahm die Senke, einen Eimer und stellte sich bis zu den Knien im Wasser und warf die Senke aus.

Ich nahm die Stippe, die Madendose und lief wieder zur Buhne.

Ich hatte noch ein bisschen Brot und Haferflocken im Auto zu liegen, dass ich mit etwas Sand und Wasser mischte und zum anfüttern nahm.

Ich staunte nicht schlecht, als ich nach dem ersten Wurf gleich einen Biss bekam und eine fette Güster am Haken hing.

“Der ist zu groß ...- oder?”, rief ich meinem Bruder, der immer noch im Wasser stand, zu.

“Ja ....!”, rief er zurück, aber hebe ihn auf, wir können kleine Stücken aus ihn machen.

Ich schaute meinem Bruder verträumt beim senken zu und beneidete ihn, weil er im Wasser stehen konnte, denn die Sonne brannte und Schweiß lief mir die Stirn hinunter.

Ich rückte ganz dicht an die Büsche, versuchte ein bisschen Schatten zu bekommen und legte mich dabei lang hin.

Kleine Schäfchenwolken zogen am Himmel entlang und ein Bussard der von zwei Krähen attackiert wurde, zog seine Kreise. Wahrscheinlich hatten die Krähen Junge und wollten den Räuber verjagen.

An meiner Angel tat sich gar nichts und ich schlief ein.

 

“..... Im Traum kämpfte ich mit einem großen Zander der meine Angel im Wasser zog, ich sprang hinterher und konnte die Rute gerade noch greifen. Nun mußte ich gegen den Fisch und der Strömung kämpfen und konnte das Ufer nicht erreichen.

Ich rief so laut ich konnte nach meinem Bruder, aber der hörte mich nicht und senkte in ruhe weiter. So trieb ich immer mehr den Fluss hinunter und war schon drei Buhnen entfernt, als ich plötzlich erschrak und wach wurde..... “

Ich machte die Augen auf und mein Bruder der mir gerade Wasser ins Gesicht spritzte, grinste mich an.

“Hast ja toll nach Köderfische geangelt ....!”, sagte mein Bruder ironisch.

Ich schaute auf die Uhr und war verwundert.

“Mannn ....,das ist ja schon 18°°Uhr, warum hast du mich denn nicht eher geweckt?”

“Jetzt haben wir keine Köderfische!”sagte ich aufgeregt zu ihm.

“Beruhige dich, ich habe 8 Köderfische gesenkt!”, sagte er und warf seine Blinkerrute, die er inzwischen geholt hatte, aus.

“Bloß gut ...!”, sagte ich leise zu mir und gähnte ausgiebig.

 

 


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Ich ging zum Auto, brachte meine Stippe weg, holte auch meine Blinkerrute und ging wieder zu Robby auf die Buhne zurück.

Ich stellte mich neben meinen Bruder und warf den Gummifisch aus.

“Hasste den Hecht mit dem Gummi gefangen?”, fragte er.

“Ja ...!”, der macht sich gut, ich habe nicht so viele Hänger, weil der Haken auf dem Rücken des Gummis ist und ich ihn deshalb tiefer führen kann.

“Son Gummi werde ich mir auch besorgen!”, sagte er und zupfte wieder Kraut vom Blinker ab.

Jetzt spürte ich einen Ruck in meiner Rute und ich riss die Angel hoch.

“Hasste einen ....!”, fragte er und schaute zu mir rüber.

“Ich weiß nicht, der bewegt sich gar nicht ...!”, ist bestimmt ein « Hänger ».

Auf einmal machte sich der vermeintliche « Hänger » auf dem Weg und zog mir Schnur von der Rolle.

“Ich habe doch einen Fisch ..., an der Angel!”, rief ich meinen Bruder zu, der seinen Blinker schnell aus dem Wasser zog und mit dem Kescher, zu mir kam.

“Der macht ja ganz schön Welle!”, sagte Robby.

“Ja ..., aber der Hecht vorhin sprang aus dem Wasser, der zieht nur ab und ruckt stark”

sagte ich und hielt die Angel hoch.

“Vielleicht ein Zander oder ein Wels, die es hier ja auch geben soll”, meinte mein Bruder.

Nun zog der Fisch von der Strömungskante wieder in die Buhnenmitte zurück und schwamm mir langsam entgegen.

Kurz vor dem Ufer kam er hoch und legte sich auf die Seite, so dass wir seine Flanke sehen konnten.

“Ein schöner Zander!”, sagten wir beide gleichzeitig und Robby kescherte ihn.

“Mein erster Zander und dann gleich so ein schöner!”, sagte ich und maß 86cm.

Wir gingen zum Auto, fotografierten die Fische und freuten uns über die Fänge.

“Ich gehe noch ein bisschen blinkern !”, sagte Robby.

“Ja ..., ist gut!”.

”Ich baue meine Ruten um, zum Aal angeln!”, sagte ich und versorgte erst einmal die Fische.

Nach dem ich mit meiner Arbeit fertig war, trank ich eine Tasse Kaffee, lehnte mich am Auto und schaute Robby beim angeln zu.

“Da wird sich ja Sylvia über den Zander freuen!”, sagte ich zu mir und träumte vor mich hin.

Nach einer Weile kam Robby wieder hoch zum Auto, denn es wurde langsam schummrig und wir fuhren mit dem Auto zu den nächsten beiden Buhnen, die so schön krautig waren. Ich setzte mich gleich an der ersten Buhne, die viel kleiner und flacher war als die Anderen und bei Hochwasser bestimmt als erste überspült wurde.

Ich fädelte einen Tauwurm an meiner Wurfrute und warf ihn zur Strömungskante. Die Stippe, die ja keine Rolle hatte, legte ich auf einer Astgabel, die ich mir vom Baum abgeschnitten hatte. Mit einem Pflaster befestigte ich ein Knicklicht an der Spitze der Rute und anstatt der Pose, nahm ich ein Grundblei wegen der Strömung. Ich musste nicht lange warten, da hatte ich an der Wurfrute schon einen Biss. Ein kleiner Brassen zog mir den Wurm lang und der Nächste klaute mir den Wurm ganz.

“Wenn das so weiter geht, habe ich bald keine Würmer mehr ...!”, sagte ich zu mir und fädelte nur noch einen halben Wurm am Haken an.

Jetzt ruckte es wieder zwei mal kurz an meiner Angel und ich riss die Rute hoch. Ich spürte nichts an der Rute und rollte ein. Verblüfft schaute ich und sah dass kein Haken mehr an meiner Schnur war.

“Nanu, war das ein Hecht?”, fragte ich mir.

“Verflucht noch mal!”, schimpfte ich, als ich die Angel zum zweiten Mal raus holte und wieder der Haken fehlte. “Was für eine Gemeinheit!”, brabbelte ich vor mir hin und ging zu Robby, der es sich auf der nächsten Buhne bequem machte und fragte ihn was das sein könnte.

 

 


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“Ich weiß es auch nicht...., ich bin auch schon einen Haken los!”, sagte er und zog unwissend die Schultern hoch.    

 

( Bei der nächsten Versammlung erfuhren wir, dass es Krabben waren )

“Ich habe fast keine Würmer mehr”, sagte ich zu ihm. Die Güstern und Brassen fressen mir alles ab.

“Ich habe Köderfisch dran und hatte auch schon einen Biss, den ich aber nicht bekam”, sagte er  griff in seiner Wurmdose und gab mir noch zwei lange Würmer.

Ich bedankte mich und ging zu meiner Buhne zurück. Als ich dort ankam, sah ich meine Stippe heftig wippen. Schnell rannte ich die Buhne  runter, griff mir die Angel und hob sie an. Ein kleiner Aal von etwa 50 cm kam zum Vorschein und ich steckte ihn schnell in den  Eimer, den ich mit etwas Wasser gefüllt hatte.

“Bloß gut, dass ich einen großen Stein auf dem Rutenende gelegt habe!”, sagte ich zu mir.

“Das war ja schon ein Anfang, so kann es weiter gehen!”, sagte ich und beköderte die Stippe neu.

An der zweiten Rute tat sich nichts und ich schaute mal nach, natürlich war der Wurm wieder ab.

Schon rappelte es wieder an meiner Stippe, das Knicklicht tanzte hoch und runter.

Wieder war ein Aal am Haken und wieder war Er zwischen 50 und 60 cm.

“Schön.....!”, sagte ich, wahrscheinlich stehen die Aale im Kraut wo sie mehr Futter finden.

Ich nahm die zweite Angel, die ich ja an der Strömungskante zu liegen hatte und warf sie auch in Richtung Kraut.

Es war eine warme und milde Nacht, ich freute mich das wenig Mücken umher flogen.

Ein halber Mond leuchtete vom Himmel herrunter und zeigte mir, dass es ein abnehmender Mond war. Auf einmal zog etwas schwarzes im Wasser an mir vorbei. Ich nahm die Taschen­lampe und leuchtete auf die Wasseroberfläche und sah einen Biber mit drei Jungen an meinem Platz vorbei schwimmen. Wahrscheinlich hatten sie sich schon an Menschen gewöhnt, denn sie zeigten keinerlei Scheu. Von meiner Lampe geblendet, tauchten sie nach einer Weile ab.

Nun war es gleich 24°°Uhr und im Moment tat sich an meinen Ruten  nichts.

Die Luft kühlte sich langsam ab, es kam leichter Nebel auf und das Gras war schon ganz feucht geworden. Ich stand auf und ging zu meinem Bruder, um ihn zu fragen wie lange wir noch blieben.

“Na wie sieht es aus!”, fragte ich ihn.

“Gut .....-, ich habe drei schöne Aale gefangen und alle mit Köderfisch!”, antwortete er.

Ich ging zum Eimer, machte den Deckel auf und staunte nicht schlecht.

“Das sind aber dicke Aale und alle mit Köderfisch gefangen?”, fragte ich.

“Ja......, auf Wurm hatte ich nur Bleie!”, sagte er und zeigte mir seine leere Wurmbüchse.

“Ich habe auch zwei Aale gefangen, aber nur um die 50cm!”, sagte ich.

“Zum räuchern sind die auch gut!”sagte Robby.

“Wie lange wollen wir denn noch bleiben?”, fragte ich.

“Noch eine halbe Stunde und dann packe ich ein und komme vor zum Auto!”, sagte Robby und verstaute schon einige Dinge im Rucksack.

Ich lief wieder zur Buhne zurück, wo meine Angeln noch immer kerzengerade standen.

Ich schaute auf die Uhr und nach dem ich feststellte, dass es schon kurz vor 2.00 Uhr war, packte ich mein Angelzeug ein und brachte es zum Auto.

In meiner Thermoskanne befand sich noch eine Tasse Kaffee, die ich genüsslich trank.

Es dauerte nicht lange und Robby kam auch mit seinem Gepäck zum Auto, wo wir es verstauten.

Drei Zander, einen Hecht und fünf Aale, waren unsere Ausbeute für heute.

“Kein schlechtes Ergebnis, dass wird aber nicht immer so sein!”, sagte ich.

“Nein...., aber wir werden bestimmt bald wieder kommen!”, sagte Robby.

Wir stiegen ins Auto und fuhren froh nach Hause.

 

 
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Nadine und ihre unheimlichen Besucher beim Campen !

 

 

Heute ist der 06.07.95 und der erste Ferientag meiner Kinder.

Wir verstauten gerade unsere Sachen im Auto, denn wir wollten zum Campen nach

« Mühlberg an der Elbe ». Unsere 17 jährige Tochter Nicole wollte lieber mit ihren Freund Urlaub machen, so dass wir mit Nadine allein nach Mühlberg fuhren.

Mühlberg ist ein kleiner Ort bei Bad - Liebenwerda und hat zwei große Baggerseen.

An den 128 ha großen See ist das Campen, Baden und Angeln verboten, denn hier stehen große Bagger und es wird noch Kies gefördert.

Unser Ziel war aber der « kleine »See der immerhin noch 87 ha groß ist und den Zufluss der Elbe hat.

Die Ufer des Sees sind mit Obstbäumen bewachsen, weil hier früher statt des Sees, eine Gartenkolonie war. Unter dieser Kolonie fand man eine riesige Kiesader und so entstand der See, mit einer Tiefe von über 40 Meter. Das Wasser ist sehr sauber und hat durch die Elbe eine leichte Strömung.

Natürlich fällt und steigt der Wasserspiegel des Sees mit der Elbe. Trägt die Elbe Hochwasser, steigt auch der Spiegel im See.

Der Fischbestand ist hervorragend, da die Fische aus der Elbe auch die tiefen des Sees suchen. Ein guter Weißfischbestand sorgt dafür, dass es im See kein Futterneid unter den Raubfischen gibt. Auch Karpfenangler kommen auf ihre Kosten, denn Karpfen von 30 Pfund sind keine Seltenheit!

Das Fördern von Kies wurde eingestellt, da die Kiesader nach über 40 Jahren kein Ertrag mehr brachte.

Am Hafen werden aber immer noch Frachtschiffe mit Kies beladen.

Es ist schon ein Schauspiel für groß und klein, wenn vollbeladene Frachter den See wieder verlassen und zur Elbe schwimmen.

Die Wasserverdrängung der Frachtschiffe ist enorm. Erst ziehen sie das Wasser an, um es dann mit voller Kraft gegen das Ufer zu spritzen. Mann muss schon schnell auf den Beinen sein, um nicht nass zu werden.

An einigen Stellen des Sees, ist das Angeln und Baden wieder erlaubt worden.

Es gibt nicht nur tiefe Stellen im See, sondern auch einen flachen Bereich der vom Ufer aus langsam in die Tiefe geht, so das man hier auch baden kann.

An so einer Stelle bauten wir unser Zelt auf. Bevor wir das Zelt aufbauen konnten mussten wir, das heißt, meine Frau und ich, erst ein paar Steine vom Ufer beseitigen.

Mit etwas Mühe und Schweiß, hatten wir eine schöne und gerade Stelle für das Zelt gerichtet.

Da Nadine natürlich zu faul war Steine zu schleppen, suchte sie sich eine andere steinfreie Stelle. 50 Meter von unserem Zelt entfernt war ein schöner gerader und steinfreier Weg, wo sie ihr Zelt ohne Mühe aufstellen konnte.

“Willst du das Zelt hier stehen lassen,- das sieht hier aus wie ein Tierpfad?”sagte ich zu meiner Tochter, die sich aber nicht stören ließ.

“Das ist ein ganz normaler Weg und kein Tierpfad!”sagte Nadine.

“Was sollen auch Tiere hier, so dicht am Wasser?”fragte sie.

 

“Na vielleicht gehen sie hier zur Tränke!”meinte Sylvia, die sich in unseren Gespräch 

 


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einmischte.

“Siehst du nicht die Obstbäume ?”sagte ich, und zeigte auf die Pflaumen die überall herum lagen.

“Ihr seid ja nur neidisch, dass ich einen besseren Platz gefunden habe und keine Steine schleppen mußte!”sagte Nadine.”Außerdem sind die Pflaumen unreif, und ich kenne kein Tier das Pflaumen frisst”meinte sie.

“Wie du meinst!”sagte ich und ging mit Sylvia zurück, denn sie wollte noch die Lebensmittel im Zelt verstauen.

Ich baute meine Angeln zusammen und stellte sie am Strand auf.

An der einen Rute zog ich einen Tauwurm auf und an der anderen hängte ich einen Boilie an.

Boilies sind hartgekochte Teigkugeln, die ich speziell für Karpfen hergestellt habe.

Beide Angeln habe ich auf Grund gelegt, weil Posen mit der Strömung weg treiben würden. Anschließend befestigte ich zwei Bissanzeiger auf der Rutenablage ( - Rod Pod - genannt ) legte die Angeln darauf ab und klappte den Freilaufbügel meiner Rolle auf, so dass die Schnur bei einem Biss abziehen konnte.

Jetzt hatte ich Zeit den Grill aufzubauen und die Holzkohle anzuzünden, denn meine Familie hatte schon Hunger.

“Wie lange brauchst du noch zum Grillen « Schatz »,- Nadine und ich wollten noch baden gehen?” fragte meine Frau und schaute zu mir hinunter.

“Habe gerade erst angefangen und brauche zirka eine halbe Stunde!”sagte ich und legte das Fleisch auf dem Grill.

Die Beiden schnappten sich ihre Badesachen und gingen Strand abwärts um sich eine geeignete Stelle zum baden zu suchen.

Es wehte ein leichter Wind und der Duft vom Grillen, verbreitete sich am ganzen Strand.

“Das richt hier aber gut!”, rief mir jemand zu.

Ich drehte mich um und sah einen jungen Mann mit einer Angel stehen.

“Petri-Heil!”, sagte er und kam näher.

“Petri-Dank!”, erwiderte ich und hob meinen rechten Arm.

“Ich bin schon seit gestern hier und habe Euch heute ankommen gesehen!,- ich Zelte mit meinem Kumpel etwa 100 Meter weiter und heiße Georg.....!”, sagte er und streckte mir seine Hand entgegen.

“Ich bin Guido....!”, erwiderte ich und schüttelte ihm die Hand.

“Habt ihr schon was gefangen?”, fragte ich.

“Mein Kumpel Alwin, hat zwei Karpfen und ich einen Zander gefangen!”, sagte er.

“Aber es ist schwierig Köderfische zu bekommen, da wollte ich ein bisschen blinkern gehen!”, meinte Georg und zeigte mir seine Rute.

“Willst du ein Bierchen trinken?”, fragte ich ihn und zeigte mit dem Finger zum Wasser, wo der Kasten stand.

“O....,- danke gern!”, sagte er erfreut und ging zum Ufer.

“Wollt ihr länger bleiben?”, fragte Georg.

“Ja..., ein paar Tage!”, sagte ich.

“Willst du nicht mit Alwin herkommen, denn Fleisch haben wir genug?”,- fragte ich Georg.

 

“Wenn deine Familie nichts dagegen hat, dann kommen wir gern!”, sagte er und ging zu seinem Kumpel um ihm Bescheid zu sagen.


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Nun kamen Nadine und Sylvia auch vom baden zurück.

“Na habt Ihr eine schöne Stelle zum baden gefunden?”, fragte ich sie.

“Ja...!,- und das Wasser ist auch schön warm”, sagte Sylvia die ihr Haar mit einem Handtuch trocknete.

“Wir bekommen gleich Gäste!”, sagte ich beiläufig und drehte das Fleisch das auf dem Grill lag, mit einer Gabel um.

”Ich habe zwei Angler die hier in der Nähe zelten, zum essen eingeladen”, sagte ich zu meiner Frau.

“Ist gut...., wir ziehen uns nur schnell um!”, sagte Sylvia und beide gingen zu ihre Zelte.

Ich stellte den Campingtisch auf und legte das fertige Fleisch auf einen Teller. Jetzt holte ich mir auch ein Bier und kontrollierte gleich meine Angeln.

Ich holte nur die Angel mit dem Tauwurm aus dem Wasser und sah, dass ein kleiner Barsch sich am Haken verfing.

“Du kleiner « August » hast dich wohl verschluckt am großen Wurm!”, sagte ich zu ihm.

Da er den Haken zu tief geschluckt hatte, mußte ich ihn töten.

Ich nahm ihn gleich als Köder und fädelte ihn mit einer Ködernadel auf dem Haken. Nach dem Auswerfen, legte ich die Rute auf dem Rod-Pod zurück und ging mit dem Bier in der Hand wieder zum Tisch zurück, wo die Anderen schon warteten.

“Haste was dran gehabt?”, fragte mich Georg.

“Einen kleinen Barsch, den ich gleich als Köderfisch genommen habe!”, antwortete ich ihn.

“Das war eine gute Idee, ich habe meinen Zander auch auf einem Barsch gefangen!”, sagte Georg.

Nun kam Sylvia und Nadine auch zum Tisch gelaufen und ich stellte sie meinen Gästen vor.

“Nun greift aber zu, sonst wird das Fleisch wieder kalt!”, sagte ich und nahm mir als Erster ein Stück Fleisch.

Sylvia stellte noch eine Flasche Ketchup auf dem Tisch und unsere Gäste hatten zwei Flaschen Apfel - Kiwi Likör mitgebracht, der kalt sehr gut schmeckte.

Aus dem Gespräch hörte ich raus das Beide 20 Jahre alt wahren und öfter hier angelten.

Sie sprachen mit einem sächsischen Dialekt und kamen aus Riesa, etwa 25 km vom See entfernt.

Georg ist ein  kräftiger,  braungebrannter  Typ und Alwin im Gegensatz zu Georg, eher schmächtig. Alwin war auch der schüchterne und stille Typ, den man zum reden etwas aufmuntern musste. Sie arbeiteten in einer Autowerkstatt und hatten eine Woche Urlaub.

“Ich habe gehört das du zwei Karpfen gefangen hast ..., Alwin!”, sagte ich zu ihm.

“Ja...., aber die waren unter 10 Pfund und ich habe sie wieder ins Wasser gesetzt, aber Georg sein Zander war 76 cm lang und schwimmt jetzt im Setskescher!”, sagte Alwin.

Georg aber ließ sich nicht stören und war schon mit dem zweiten Stück Fleisch beschäftigt.

“Das Fleisch schmeckt hervorragend, habt ihr bestimmt selber eingelegt ..., oder?”, fragte Georg.

“Das macht immer meine Frau!”, sagte ich zu Georg.

“Morgen müsst ihr zu uns kommen, ich hole auch Fleisch von der Kaufhalle!”, sagte Georg.

 

“Wann haben die Karpfen gebissen und musstet ihr viel anfüttern?”, fragte ich Alwin.


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“Erst sehr späht in der Nacht, und ich habe nur ein paar Boilies angeschossen!”, sagte er.

Georg indessen, schenkte wieder eine Runde Likör ein und prostete uns zu.

“Ich muss jetzt ein bisschen kürzer treten, sonst sehe ich nachher vier Angeln und zwei Ruten sind doch nur erlaubt!”, meinte ich.

Alle schmunzelten und Sylvia die ohnehin nicht viel Alkohol verträgt, alberte mit Nadine herum. Unser amüsantes Abendmahl wurde abrupt abgebrochen, als mein Bissanzeiger laut auf piepte. Alle schauten auf und sahen zu meiner Angel, wo der linke Bissanzeiger hellblau aufleuchtete und schrill tönte.

“Du hast einen Biss und der reißt dir ganz schön Schnur von der Rolle!”, sagte Georg ganz erregt.

“Ja ..., an meiner Boilierute!”, sagte ich und eilte zu ihr hin.

Ich legte rasch den Freilauf um und riss die Angel hoch, die sich im gleichen Augenblick krümmte. Meine Rollenbremse kreischte laut auf und ich musste sie etwas lösen, damit sich meine Schnur nicht so ausdehnte und zerriss.

Georg und Alwin standen dicht hinter mir, und Georg hatte schon den Kescher in der Hand.

“Lass ihn ruhig laufen und sich müde machen, denn hier sind kaum Hindernisse!”, sagte Alwin ganz entspannend, der ja seine Erfahrungen hat.

“So früh hatte ich schon lange keinen Karpfen mehr an der Angel!”, sagte Alwin.

Aber der Luftdruck hatte sich geändert und es lag ein Gewitter in der Luft, es war noch ganz Windstill und die Schwalben flogen ganz tief.

Die Kraft des Fisches wurde schwächer und ich konnte Schnur aufnehmen. Meine Rollenspule wurde wieder voller. Aber immer wenn ich den Fisch zum Ufer ziehen wollte, zog er wieder los. Durch diese Fluchten des Fisches verlor er immer mehr an Kraft und er tauchte endlich auf und wir konnten einen schönen Schuppenkarpfen erkennen.

“Der ist ganz gut, bringe ihn langsam zum Ufer!”, sagte Georg und tauchte den Kescher im Wasser und ich zog den Karpfen vorsichtig über den Rand des Keschers. Georg hob den Kescher hoch und legte ihn im weichen Sand ab.

“Petri-Heil....!”, sagte er zu mir und schüttelte mir die Hand.

“Petri-Dank...!”, erwiderte ich und schaute erleichtert zum Kescher.

Vorsichtig wurde der Karpfen aus dem Kescher gehoben und den Haken entfernt. Dann nahm ich den Karpfen in die Arme, wir machten ein paar Fotos und anschließend wurde er gewogen.

“Genau 25 Pfund!”, sagte Alwin.

Ich freute mich, denn das war mein schwerster Fisch bis zu diesem Zeitpunkt gewesen.

Ich nahm den Karpfen und setzte ihn wieder vorsichtig im See zurück.

“Hast gut gekämpft, pass auf dich auf ...!”, rief ich ihm leise nach und wir sahen zu, wie er in den Tiefen des See’s verschwand.

“Darauf trinken wir einen!”, sagte Georg und schenkte wieder ein.

Alle lachten und sahen zu Georg auf, wie er schon wieder am Tisch stand und seinen rechten Arm mit der Likörflasche in der Hand, in die Luft hielt.

“Wir werden uns auch wieder auf dem Weg machen!”, sagte Alwin zu Georg.

 

“Vielleicht hat bei uns auch schon einer gebissen!”, meinte Alwin, der mühe hatte Georg zum aufstehen zu überzeugen.


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“Na dann ..., bis Morgen!”sagte Georg und beide gingen zu ihr Lager zurück .

Jetzt war es kurz vor 22.00 Uhr und die Frauen wurden auch schon müde.

Sylvia und Nadine räumten den Tisch ab und gingen zu ihre Zelte, wo Nadine erst einmal Mücken jagen spielte, denn sie hatte vergessen das Zelt zu verschließen.

Das Gewitter hatte sich inzwischen verzogen, es klarte sich wieder auf und der Vollmond stand genau im Zentrum des Himmels.

Ich legte mich auf meinem Karpfenstuhl und schaute zufrieden zu den Sternen hoch. Nun tauschte ich den Köderfisch aus und machte wieder einen Tauwurm am Haken an und hoffte einen Aal zu fangen, den wir Morgen verspeisen würden. Bis Mitternacht hatte ich tatsächlich noch zwei Aale von knapp 60 cm länge gefangen, aber an meiner Boilierute tat sich nichts. Im Stuhl halb liegend schlief ich ein......., wo ich von Hundegebell wieder aufwachte und auf die Uhr sah.

Es war noch nicht ganz 6 .00 Uhr morgens und im Hintergrund raschelte und trampelte es.

Ab und zu hörte man einen Hund bellen, wie bei einer Jagd. Ich stand auf, streckte mich und ging die Böschung hoch, um zu sehen woher der Krach wohl kommen möge.

“Oje ...!”, stöhnte ich und hielt die Hände über den Kopf.

Ich sah zwei Hunde die eine Herde von ungefähr 200 Schafen in Richtung Nadine scheuchten. Das war wohl ihr Weg, wo sich Nadine mit ihrem Zelt breit machte. Ich wollte gerade zu ihr um sie zu warnen, aber da umzingelten die Schafe schon ihr Zelt und liefen ganz ruhig drum herum bis ..., dass erste Schaf über eine Zeltschnur fiel.

Nun war Chaos angesagt...!

Ein zweites und drittes Schaf stolperte über ein und die selbe Leine, dass sich mit einem lauten Knall verabschiedete und das Zelt halb einfiel.

Nun wurde auch Nadine wach, quiekte wie ein kleines Ferkelchen und tobte im Zelt herum. Als sie nun endlich den Ausgang ihres Zeltes fand und ihren Kopf aus der Tür steckte, sahen sich  « Schaf und Nadine » direkt in die Augen.

Wer sich nun mehr erschrocken hatte war nicht zu erkennen, denn beide rannten in verschiedenen Richtungen kreischend davon. Nadine lief zu ihrer Mutter und ich hörte sie noch fluchen: “Scheiss Viecher ....!”.

Dort angekommen fragte Sylvia, die von nichts mitbekommen hatte: “Hast du schon ausgeschlafen?”

“Nein ich bin Schlafwandler ...!”, sagte Nadine verärgert und legte sich neben ihr.

 

Sylvia wunderte sich zwar, aber schlief wieder ein.  

 

Die Schafherde war längst vorbei gezogen und ich ging zum Zelt, um den Schaden zu betrachten, aber außer eine zerrissene Leine, war alles in Ordnung.

Ich wollte gerade wieder zu meinem Angelplatz gehen, da kam Georg angerannt der den Krach auch hörte: “Was war denn hier los?”, fragte er, und ich erzählte es ihm.

Schmunzelnd gingen wir die Böschung wieder runter.

“Wollen wir uns einen Kaffee machen, wo du schon mal hier bist?”, fragte ich ihn.

“Ja gern!”, sagte er.

Ich holte die Gasflasche aus dem Auto und lief zum Campingtisch, wo Georg schon Wasser aus einer Flasche in dem Wasserkocher goss.

“Was habt ihr denn heute Nacht so gefangen?”, fragte ich ihn.

“Alwin hat wieder zwei Karpfen gefangen und ich Einen, aber sie waren nicht so schwer wie Deiner gestern!”

 

“Und bei dir?”, fragte er.


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“Karpfen habe ich keinen gefangen, aber zwei Aale die ich nachher gleich braten werde!”, sagte ich und zeigte ihm den Eimer, worin Sie sich befanden.

“Die sind gut.....!”, sagte Georg und war überrascht.

“Leider habe ich keine Tauwürmer, sonst würde ich heute Nacht auch einmal auf Aal gehen!”, sagte Georg.

“Ja es müsste mal regnen, dann würden wir uns welche suchen, denn ich habe auch nicht mehr viel Würmer!”, sagte ich zu ihm.

“Gibt es hier im Ort einen Angelladen?”, fragte ich Georg.

“Ich weiß es nicht, ich war bis jetzt nur bis zur Kaufhalle gewesen!”, sagte er.

“Aber ich will ja nachher was zum grillen holen und da schaue ich mal ob ich einen Angelladen finde!”, meinte er.

Nun bewegte sich was im Zelt und beide Frauen krochen nacheinander aus dem Zelt raus.

“Guten Morgen ...!”, rief Georg den Beiden zu.

“Guten Morgen!”, erwiderte Sylvia.

“Habt ihr etwa schon gefrühstückt......?”, fragte sie.

“Nein, nein ...!, ich muss auch wieder los, sehen was Alwin macht und dann wollen wir in die Stadt!”, sagte Georg.

“Übrigens kommen die Schafe nur einmal in der Woche vorbei!”, sagte er und wendete sich Nadine zu.

“Der Schäfer wechselt immer Montags die Weiden, damit die Schafe das Gras nicht so weit abfressen können, wollte ich dir gestern noch sagen, « Sorry...! »,- habe es wohl vergessen!”, sagte er, grinste sich einen und ging zu seinem Zelt zurück.

“Arschloch .....!”rief Nadine ihm nach und lächelte dabei.

“Habe ich irgend etwas verpasst ....?”, fragte meine Frau und schaute mich ratlos an.

“Nein, nein ...!”sagte ich und musste lachen.

Beim Frühstück hatten wir Sie dann doch aufgeklärt und ich half Nadine anschließend beim reparieren ihres Zeltes.

Die restlichen Tage verliefen ruhig und es gab keine Zwischenfälle mehr. Georg fand einen Angelladen und besorgte uns ein paar Tauwürmer, mit dehnen wir noch Aale fingen. Alwin hatte einen schönen Graskarpfen von 28 Pfund auf einem Boilie gefangen. Georg und ich, konnten jeder noch einen Zander mit dem Blinker überlisten.

Am Freitag fuhren wir dann wieder nach Hause und ich wusste, dass wir uns noch oft hier am See treffen würden.

 

 

 

 

Nie wieder Alkohol !

 

Endlich Freitag .....!

Ich sitze hier im Bauwagen und mache gerade die Aufmaße der neuen Brücke die wir heute fertiggestellt haben. Meine Kollegen räumen nur noch die Baustelle auf und ich muss noch das Fahrtenbuch ausfüllen, was ich in der ganzen Woche versäumt hatte.

Es war 15.00 Uhr und wir waren mit unserer Arbeit fertig. Ich stand auf der neuen Brücke und schaute verträumt ins Wasser.

 

Die Brücke führte über einen kleinen Nebenfluss der Havel.


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Der kleine Fluss war etwa 20 - 30 Meter breit und ein bis zwei Meter tief.

Wir haben jetzt anfang April, seit Tagen hatte es nicht mehr geregnet und die Sonne trieb das Thermometer tagsüber auf 18-20 Grad und die Nächte sind mit 12 Grad auch schon für die Jahreszeit relativ warm.

Die Weißfische tummelten sich an den Krauträndern und die Plötzen waren schon voll im Leichrausch. Eine kleine Katze die im Gras lauerte und sich ebenfalls das Treiben der Fische ansah, hätte bestimmt gern einen von den Fischen gehabt, aber ihre kleinen Pfötchen reichten nicht ganz bis zum Wasser.

Auf der anderen Seite des Ufers stand etwa 30 Meter von mir entfernt, ein Fischreiher. Gans ruhig und starr schaute er sich ebenfalls das Treiben der Fische an. Auf einmal tauchte er blitzschnell seinen Kopf ins Wasser und kam mit einem Fisch im Schnabel wieder hoch.

“Ein guter Angler ....!”, sagte ich zu mir.

“Da kann man Lust zum Angeln bekommen!”, sagte jemand hinter mir und klopfte mir, seine Hand auf die Schulter.

Ich war so vertieft und mit zusehen beschäftigt, dass ich niemand ankommen hörte und mich natürlich kräftig erschrak. Ich drehte mich um und sah Peter unseren Kraftfahrer grinsen.

“Na haste dich ein bisschen erschrocken?”, fragte er mich und lachte.

“Meine Güte ....!, musst Du Dich so anschleichen?”, fragte ich ihn und hielt meine rechte Hand aufs Herz.

Peter war auch Angler und wusste natürlich wenn die Plötzen laichen, dass dann die Aale aus dem Winterschlaf erwachen,- und auf Jagt gehen.

“Heute Abend sollen es 12-15 Grad werden, haben die im Wetterbericht gesagt!”, meinte Peter und schaute ebenfalls zum Wasser.

“Ich werde mir ein paar Tauwürmer besorgen und heute Abend auf Aal gehen!”, sagte Peter.

“Wohin willst du denn fahren?”, fragte ich ihn.

“Wahrscheinlich nach Stangenhagen zum Pfefferfließ!”, sagte er.

“Ich werde mal meinen Bruder anrufen, vielleicht kommt er auch mit und dann können wir uns ja dort treffen!”, sagte ich und wir gingen zum Auto, wo die anderen Kollegen schon warteten, denn es war Feierabend.

Zu Hause angekommen, fuhr ich gleich bei meinem Bruder vorbei um ihn zu fragen, ob er mitkommen wolle.

“Beißen denn die Aale schon ....?,- und ist es nicht noch zu kalt?”, fragte er und war sich nicht ganz schlüssig, ob er mitkommen würde.

“Irgendwann ist immer das Erste mal und nachts ist es schon über 12 Grad!”, sagte ich und ermunterte ihn zum mitkommen.

“Ich mache uns auch einen schönen Grog zum mitnehmen !”, sagte ich zu ihm.

“Na gut ..., ich komme mit!”, sagte Robby.

 

Ich fuhr nach Hause und machte mir ein paar Brote zum mitnehmen, nahm mir die Ein- Liter- Pumpkanne und füllte eine Flasche Rum (40 %) und den Rest, mit heißen Schwarztee auf. Wir waren ja schließlich zu dritt und frieren wollten wir auch nicht. Es war kurz vor 18.00 Uhr und ich mußte noch zum Angelladen, um Tauwürmer zu holen. Lutz, der Besitzer des Angelladen´s, der auch unserer Vorsitzender der Ortsgruppe ist, wollte gerade den Angelladen schließen, als ich kam.


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“Halt ,halt ...!”, ich brauche noch Tauwürmer!”, rief ich ihm zu.

“Haste noch mal Glück gehabt, ich wollte gerade schließen!”, sagte Lutz.

Er ging zurück in den Laden und holte mir drei Päckchen Würmer.

“Hier ...!, die müssen reichen, ich bekomme Montag erst wieder Ware!”, meinte Lutz.

“Ihr wollt wohl auf Aal gehen ?”, fragte er.

“Ja ...!”, mein Bruder und Peter kommen auch mit”, sagte ich,- verabschiedete mich mit einem « Tschüss ...! »  und ging zum Auto zurück.

Ich fuhr bei Peter vorbei und sah ihn am Auto stehen, aber nicht in Angelsachen , sondern piek fein angezogen.

“Du hast aber komische Angelsachen an!”, sagte ich zu ihm.

“Hör bloß auf ...!”, seufzte er und schüttelte den Kopf.

“Meine Frau hat Kinokarten besorgt und ich muss mit ...!”, meinte er und hob die Hände leicht nach oben.

“Ist doch nicht so schlimm, machst dir einen schönen Abend mit deiner Frau!”, sagte ich zu ihm und stieg wieder ins Auto ein.

“Ich bin ja nicht allein, denn Robby kommt auch mit!”, rief ich Peter zu und fuhr los.

Bei Robby angekommen, hörte ich lautes Gelächter und aus seinem Fenster lehnten sich zwei Gestalten, mit einer Flasche in der Hand und kicherten.

“Das wird wohl heute nichts?”, fragte ich  Robby  der gerade  eine  Flasche  Bier öffnete.

Er sah  mich an,  ich  sah  das  er  schon  ganz  glasige  Augen  hatte  und  schon  etwas

schwankte.

“Ne, ne ...!”: Icke und Wir gehen gleich zum Geburtsteg ...!”, hatte Ick vergessen , sagte er und pustete mir seine  « Fahne » ins Gesicht.

Verärgert drehte ich mich um und stieg wieder ins Auto ein.

“Scheiß Sauferei ...!”, sagte ich zu mir und fuhr los.

In letzter Zeit hatte er mich oft versetzt und fast immer war Alkohol mit im Spiel. Es waren auch oft die falschen Freunde, die ihm zum Trinken verleiteten. Früher sind wir oft zusammen Angeln gefahren und haben neue Gewässer erkundet. Ich hoffe, dass er sich bald eines Besseren besinnt und wieder Freude an seinem Sport findet.

Ich war ein bisschen enttäuscht und verärgert, aber wieder nach Hause fahren, hatte ich keine lust und so fuhr ich allein zum angeln.

Ich kannte einen kleinen Graben der zu einem Pumpbecken führte, in dem ich schon früher mit meinem Vater auf Aal angelte. Wir hatten hier immer gut Aale gefangen und mein Vater hatte hier auch einmal, zwei schöne Hechte gefangen. Der Graben war nur drei bis vier Meter breit und auch nur 1/2 bis ein Meter tief, aber im Pumpbeckenbereich gab es Stellen bis zu zwei Meter.  Das Pumpbecken war etwa 40 x 50 Meter breit, mit Bäumen und Büschen umgeben. Die Böschung war ziemlich steil und mit Gras bewachsen.

Einen Stuhl konnte man nicht gebrauchen und deshalb nahm ich auch nur ein Sitzkissen mit. Ich krabbelte die Böschung bis auf die Hälfte runter, kratzte mir eine Sitzfläche in der Böschung und legte das Kissen rein. Die Erde war weich und das Graben im Sand war deshalb nicht schwer. Schnell hatte ich auch einen kleinen Podest für meine Köder, Lampe, Rucksack und Aalbehälter geschaffen. Die Rutenhalter steckte ich dicht neben mir im Sand, so dass ich beim auswerfen und einholen nicht unbedingt aufstehen musste.

Es war kurz vor 20.00 Uhr und die Sonne ging gerade am Horizont unter.

 

Ich beköderte meine Hacken und warf sie ins Wasser.


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“Jetzt mache ich erst einmal Abendbrot!”, sagte ich zu mir.

Ich holte die Pumpkanne aus meinem Rucksack, pumpte mir eine große Tasse Grog ein und trank sie mit einem Zug aus.

“Schmeckt verdammt gut!”, sagte ich zu mir und füllte die Tasse ein zweites mal voll.

Jetzt holte ich die belegten Brote aus meinem Rucksack und fing an zu speisen. Der Grog mundete sehr und weil Er nicht so heiß war, konnte man ihn zügig trinken.

Zwei Meter von mir entfernt raschelte es im Gras und eine kleine Maus schaute aus seinem Loch.

“Na du kleiner « August » , bist du auch allein!”, sagte ich zu ihr und warf ihr  etwas Brot zu.

Zuerst verschwand sie wieder im Loch und kam, als sie merkte das ihr nichts geschah wieder raus, holte sich das Brotstück und leckte die Leberwurst runter.

“Das schmeckt was?”, fragte ich ihr und warf ihr noch ein Stück zu.

Inzwischen füllte ich mir wieder die Tasse voll und prostete die Maus zu, die genüsslich am Brot knabberte.

Jetzt bekam ich einen schönen Biss und meine Angelspitze wackelte hin und her. Ich griff nach der Angel und schlug an: Ein schöner Aal von ungefähr 70 cm länge kam zum Vorschein. Ich musste nicht lange warten und ein zweiter Aal folgte dem Ersten in meinem Aalbottich.

Voller Freude über die beiden Fänge, musste ich mir erst einmal einen Grog eingießen und wieder meinem Mäuschen zuprosten, dass aber zu meinem bedauern nicht mehr da war.

“Halloooo ...!”, Mäuschen ...!”, rief ich leise nach ihr und warf ihr wieder ein Stück Leberwurst hin, worauf sie tatsächlich wieder aus ihr Loch kam.

“Da bist du ja wieder!”, sagte ich zu ihr.

“Haste meine beiden Aale gesehen?”, fragte ich sie und schenkte mir neu ein, aber dieses mal bekleckerte ich mir meine Hose, weil ich die Tasse nicht genau getroffen hatte.

“Misst ...!”, rief ich und wischte das klebrige Zeug mit einen Lappen ab.

Dabei musste ich wohl mit dem Fuß gegen die Angel gestoßen sein, so dass die Angelspitze wieder wackelte. Ich dachte natürlich das ich wieder einen Biss hatte und schlug kräftig an.

Aber da es hier nicht tief war, der Köder nicht weit von mir entfernt lag und ich ein bisschen zu doll angehauen hatte, flog das Grundblei mit samt dem Tauwurm aus dem Wasser und mir an den Kopf.

Ich fiel nach hinten um und mein Angelhut rollte die Böschung runter in Richtung Wasser, was ich natürlich verhindern wollte und griff nach ihm, was aber keine so gute Idee war. Dabei verlor ich das Gleichgewicht und rutschte auf dem Bauch hinterher.

Wer nun zuerst unten war weiß ich nicht mehr, aber wir fanden uns unten wieder, leider mit dem Oberkörper im Wasser.

An dieser Stelle war es zwar nur 20 cm tief, aber sehr nass.

Ich stützte mich mit den Armen vom Gewässerboden ab und wollte mit dem Oberkörper gerade hoch kommen, da bekam ich einen Schlag von hinten auf dem Kopf.

 

Es war stock dunkel und die Taschenlampe lag natürlich oben auf dem Podest und ich wusste nicht was mir auf dem Kopf gefallen war. Nach einer Weile, schafte ich es doch endlich wieder die Böschung hoch zu kommen und fand auch die Taschenlampe. Ich leuchtete nach unten um zu sehen was mir auf dem Kopf gefallen war.


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“Ach du Schande ...!”, sagte ich laut zu mir.

Mit bedauern mußte ich feststellen, dass es der Aalbottich war, der jetzt im Wasser lag und natürlich ohne Deckel.

“So ein verfluchter Mist ...!”, rief ich laut.

Mein Schädel brummte vom Alkohol und von dem Grundblei, dass auf meiner Stirn eine Beule hinterließ.

 

“Scheiß Alkohol ...!”, rief ich wütend und schleuderte die Pumpkanne mit hohem Bogen in die Büsche.     

 

Wahrscheinlich fiel sie gegen einen Stein, wo sie mit einem lauten Knall fristlos kündigte.

« Schlagartig » hatte ich auch keine Lust mehr zum angeln, packte mein Angelkram ein und verstaute es im Auto. Natürlich konnte ich noch nicht losfahren, weil ich ja noch zu viel Alkohol in mir hatte.

Ich machte mir das Radio an und schlief ein.

Nach einer Weile wachte ich wieder auf und klapperte vor Kälte, so dass ich den Motor und die Heizung an machen musste um mich aufzuwärmen. Nun war es mir auch egal und ich fuhr nach Hause.

Beim nächsten Nachtangeln nahm ich mir eine heiße Brühe mit. Ich hatte auch keinen Aal mehr verloren, wenn ich ihn schon im Bottich hatte!

Die Stelle war aber nicht schlecht zum Aalangeln gewesen, aber leider darf man dort nicht mehr angeln. Die « Grünen » haben das ganze Landstück in Beschlag genommen und Verbotsschilder aufgestellt.

 

“Wahrscheinlich wollten die « Grünen », dass hier keiner mehr abstürzt ....!

 

 

“Ist doch nett von Dehnen ...!, oder ...?

 

 

 

 

 

Der Materialtest und ein überraschendes Abendmahl !

 

 

Ich bewohnte mit meiner Familie ein Wohnblock mit noch 9 anderen Familien, wobei ich ganz oben wohnte. Außer ein paar kleinen Reibereien die immer mal vorkamen in einem solchen Haus, verstanden wir uns immer gut. Meistens gab es Knatsch wegen Treppenreinigung, die jeder auf seine Art bewältigte. Der Eine machte es gut, ein Anderer gerade so ....- und immer die Selben , gar nicht! 

 

Eines Tages zog zwei Stockwerke unter uns, eine Familie aus und Norbert, der auch Angler ist, was sich später herausstellte, mit seiner Frau ein. Sylvia und ich, freundeten uns mit Norbert und Rosi ( so hieß seine Frau ) an. Sie waren älter als wir, aber wir verstanden uns gut und an Gespräche mangelte es nie. Die Frauen redeten meist über Klamotten und in welchem Katalog sie zu finden waren, oder schauten sich gleich zusammen die neu erworbenen Sachen an.

Ich hatte mit Norbert meist das gleiche Thema ..: « Angeln » .

 

Im laufe der Zeit hatten wir einige Angeltouren hinter uns, schöne und nicht so schöne Geschichten erlebt.


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Von einer unserer letzten Abenteuer, möchte ich berichten :

 

Wieder einmal hatten wir uns zum Angeln verabredet und Thomas der ganz unten bei seiner Mutter wohnte (er war viel jünger als wir) kam auch mit.

Wir wollten ein paar Tage nach Mühlberg am Elbe-See, wo wir schon oft waren und immer gut Karpfen und Aale fingen.

Wir fuhren mit zwei Autos, damit wir das ganze Gepäck auch weg bekämen, denn Norbert hatte sein neues Schirmzelt, Tisch, Stuhl und eine Liege mit. Thomas hatte auch sein Schirmzelt mit, es war nicht mehr so neu, aber erfüllte immer seinen Zweck. Verpflegung besorgten wir uns immer vor Ort in Mühlberg, wo es ja auch einen Fleischer und Bäcker gab. Die Bäckerin kannte uns schon, denn immer wenn wir nach Mühlberg kamen, machten wir hier Pause, tranken Kaffee und aßen Kuchen.

“Guten Morgen Frau Bäckerin ...!”, sagten wir fast gleichzeitig und traten ein.

“Guten Morgen ..., ihr seit ja auch wieder da!”, antwortete sie.

“Ihr wollt wohl wieder angeln gehen?”, fragte sie und füllte uns einen frischen Kaffee in einer Tasse ein.

“Sie haben ein gutes Gedächtnis Frau Bäckerin!”, sagte Norbert.

“Aber so reizende Männer vergisst man nicht ...!”, sagte sie und schmunzelte.

Als Norbert das hörte, wurde er gleich einen halben Meter größer und fühlte sich geschmeichelt.

“Norbert ...!, du kannst dich wieder setzen ...!, sie hat mich gemeint!”, sagte ich zu ihm und alle lachten.

Beim Frühstück erzählte uns die Bäckerin, dass in der letzten Zeit gute Karpfen gefangen wurden. Der Zander hielt sich bisher etwas zurück, ist ihm wohl zu warm gewesen, aber auch Aale und ein Hecht von 110 cm wurden gefangen.

Sie wusste deshalb so gut Bescheid, weil ihr Mann der Vorsitzende des Angelvereins von Mühlberg ist und sie ihren Mann auch öfters beim angeln begleitete.

Wir beendeten das Frühstück, verabschiedeten uns von der Bäckerin und gingen zum Auto zurück. Der See war noch etwa 10 min. von hier entfernt und wir wollten ja auch endlich ankommen und loslegen.

Wir setzten uns genau im Eingangsbereich des See’s, wo Elbe und See aufeinander trafen.

Hier fuhren früher auch die Schiffe durch, wenn sie Kies aus dem See holten. Der Durchgang war 30 - 40 Meter breit, etwa 80 Meter lang und in der Mitte bis 4 Meter tief. Seitdem kein Kies mehr abgebaut wurde, durften auch keine Boote mehr auf dem See fahren. Darüber waren die Angler natürlich am meisten erfreut, man konnte in Ruhe angeln und entspannen. Mann musste nicht immer die Angeln heraus holen, wenn ein Boot vorbei kam und das Wasser aufwirbelte.

Wir bauten unsere Zelte auf einem Hügel auf und stellten beide Zelte nebeneinander. Den Tisch und die Stühle stellten wir in die Mitte der beiden Zelte auf. Ich setzte mich mit Thomas in einem Zelt und verstauten unser Gepäck.

Anschließend fuhr ich das Auto dicht hinter unserem Zelt, warf noch eine Plane über den

Schirm und band alles am Auto fest, denn Bäume und Büsche gab es auf unsern Hügel nicht.

Norbert sah unser treiben, lachte und sagte: “Wollt ihr über Winter bleiben?”

 

“Das nicht, aber letztes mal regnete es durch die Nähte und dem Reißverschluss!”, sagte ich.


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“Wir haben noch eine Plane, du kannst es dir auch dicht machen!”, sagte Thomas und reichte ihm die Plane rüber.

“Das brauche ich nicht ...!, ich habe ein nagelneues Schirmzelt mit Wasserschutz...!, brummte er uns an.

“Aber deine Schnüre sind ziemlich dünn!”, sagte ich.

“Die halten ..., sind hochwertige geflochtene Kunstfasern!”, sagte Norbert.

Als wir fertig waren, bauten wir unsere Angeln auf und machten endlich Pause. Nun stellten wir den Einmachgrill auf ein paar Steine und zündeten die Kohle an.

Norbert setzte Wasser auf und brühte Kaffee für alle. Thomas kümmerte sich um das Fleisch,  ich setzte mich in den Stuhl und schaute den Beiden zu.

« So hatte jeder seine Arbeit! »

Nach dem Mittagessen gingen Thomas und ich ein bisschen blinkern. Norbert wollte sich nicht so viel bewegen, denn es war doch ganz schön heiß und schwül.

Ich stand mit Thomas an der Spitze der Einfahrt und warfen den Gummifisch zur Strömungskante in die Elbe, wo wir schon oft gute Zander gefangen haben.

Hier gab es große Muschelbänke, deshalb musste man höllisch aufpassen, dass man nicht immerzu Hänger hatte und sich den Gummifisch abriss. Aber das waren natürlich auch hervorragende Futterstellen für Zander, Aal und Weißfisch.

Aber ich glaube das sich bei der Hitze nur die Weißfische und der Rapfen wohl fühlen. Der Zander ist bestimmt in den Tiefen des See’s verschwunden und kommt erst in den Abendstunden wieder vor.

Nach dem sich beim blinkern nichts tat, gingen wir wieder zu Norbert zurück und angelten  Köderfische für heute Abend.

“Na das war wohl nichts, mit blinkern ...!”, sagte Norbert.

“Es ist zu heiß!”, antwortete ich.

“Durst haben wir auch....!”, sagte Thomas und ging zum Wasser um unsere kaltgestellte Selters zu holen.

Ich setzte mich im Schatten und sah den Beiden beim angeln zu, die immer wieder kleine Barsche und Bleie fingen.

Auch die Enten und Schwäne ließen sich treiben und steckten ihre Köpfe ins Gefieder, denn dehnen war es wahrscheinlich auch zu warm. Die einzigen Vögel die sich bei jedem Wetter scheinbar wohl fühlten, waren die Kormorane. Sie schwammen fröhlich hin und her jagten sich untereinander und tauchten immer wieder in den tiefen des See’s ab und kamen jedes mal mit einen Fisch wieder hoch. Es schien als ob sie nie satt würden, denn kaum hatten sie einen Fisch hinunter gewürgt, tauchten sie auch wieder ab und holten sich einen Neuen.

Einer von dehnen hatte sich einen ziemlich großen Brassen von ungefähr 40 cm geschnappt und versuchte ihn zu schlucken, aber er blieb in seinem Hals stecken und wir dachten das er nun daran ersticken würde. Nach etwa 10 Minuten hatte er den Fisch tatsächlich geschluckt ...,- und man glaubte es kaum, tauchte er wieder ab und holte sich einen neuen Fisch.

Nun kann man sich vorstellen, was solche Vögel für Schäden in Zuchtgewässern, wie zum Beispiel Forellenseen machen können, wenn sie in größeren Schwärmen vorkommen.

 

Nun schoben sich ein paar Wolken am Horizont zusammen, die Sonne wurde jetzt oftmals verdeckt und es wurde immer schwüler.


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“Ich glaube wir bekommen heute noch ein Gewitter!”, sagte ich zu Norbert, der gerade seinen Haken neu beköderte.

“Das ist schon möglich!”, antwortete er und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Ich band ein paar große Steine an meinen Angelständer und empfahl es den anderen Beiden auch.

“Wenn es nachher stürmisch wird, können die Ständer nicht umfallen!”, sagte ich zu ihnen.

Thomas nahm sich ebenfalls Schnur und knotete sich ein paar große Steine an seinem Rod - Pod an.

“Ich brauche das nicht.......!”, sagte Norbert, der natürlich keine Lust hatte Steine zu binden.

“Mein Rod - Pod steht sicher und ist stabil, habe ihn erst vor einer Woche gekauft, als ich mit Rosi in Berlin war und die Liege habe ich auch ganz günstig bekommen ...!”, sagte er und zeigte sie uns stolz.

Nun gesellte sich auch Thomas wieder zu uns und hatte drei Flaschen Bier in der Hand.

“Wollt ihr auch eins!”, fragte er und reichte Norbert und mir eine Flasche hin.

“Aber natürlich ...!”, sagten wir gleichzeitig und nahmen ihm die Flaschen ab.

“Es bewölkt sich immer mehr ...,- ich werde doch lieber die losen Sachen und die Lebensmittel im Auto verstauen, damit sie nicht nass werden falls es regnen wird ...!”, sagte ich zu Thomas, stand auf und ging zum Auto.

Thomas kam mir nach und half mir beim einpacken der Sachen.

“Eine gute Idee!”, meinte Norbert und tat das selbe mit seinen Sachen.

Es war ganz still geworden, keine Ente war mehr zu sehen und die Vögel waren auch verschwunden.

Blitze und lautes donnern, wechselten sich in der Ferne ab. Nun wurde es immer dunkler und der Wind nahm zu.

“Wir gehen lieber in unsere Zelte und machen alles dicht!”, sagte ich und beide folgten meinem Rat.

Thomas kam zu mir und wir versuchten die Plane etwas nach vorn zu ziehen, denn ein Schirmzelt ist vorne offen. Schnell kam das Gewitter näher und aus dem Wind wurde ein Sturm, der von hinten gegen unser Zelt drückte.

“Gut das ich das Auto hinter unserem Zelt geparkt habe ...!”, sagte ich zu Thomas.

Jetzt peitschte auch der Regen wie wild gegen unser Zelt und man konnte vor Dunkelheit kaum etwas sehen. Ich schaute nach draußen um zu sehen ob unsere Angelständer noch stand hielten.

“Wie sieht es aus ...?”, fragte mich Thomas.

“Noch alles in Ordnung ...! ” , rief ich Thomas zu, denn man konnte sich kaum verstehen.

Jetzt war das Gewitter direkt über uns und ließ uns seine Kraft spüren, denn auf einmal kam ein Bottich an unser Zelt vorbei geflogen und eine Tasche folgte ihm.

“Das war doch Norbert sein Aalbottich, Rucksack und noch irgendetwas, dass ich nicht so schnell erkennen konnte ...!”, sagte ich zu Thomas.

“Warum hat er die Sachen denn nicht mit ins Zelt genommen?”, fragte mich Thomas und wir schauten gleichzeitig aus dem Zelt.

 

Drüben versuchte Norbert krampfhaft seine Schnüre vom Zelt nach zu spannen, was ihm aber nicht so richtig gelang. Der Regen peitschte ihm ins Gesicht und die Stange des Zeltes bog sich viel zu stark.


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“Spanne die Leinen nicht so doll ...!”, rief ich Norbert noch zu, aber er konnte mich nicht verstehen.

Der Sturm wurde immer doller, auf dem See türmten sich die Wellen, die Spitzen überschlugen sich und bildeten eine Schaumkrone. In der Ferne hörten wir Äste und ganze Bäume knacken, worauf wir aber zum Glück nicht achten mussten, denn bei uns standen keine Bäume.

Nun gab es einen dumpfen Knall und Norbert’s Zeltleine verabschiedete sich und der Schirm fiel zusammen.

Thomas rannte zu ihm um ihm zu helfen und ich hielt unsere Schirmstange mit aller Kraft fest und lockerte die Spannung, in dem ich den Schirm etwas abließ.

Gut das ich das Zelt am Auto angebunden und stärkere Leinen genommen habe, denn der Wind blies auf  unser Zelt mit voller Kraft. Endlich ließ der Wind und der Regen nach und es wurde wieder heller, denn es war ja erst 17.00 Uhr.

Das krampfhafte Festhalten der Zeltstange schlauchte doch sehr und ich war zufrieden, Sie endlich wieder loslassen zu können.

Nun spannte ich wieder den Schirm auf und schaute nach den Beiden.

“Ach du Schande ...!”, sagte ich zu mir.

Das Zelt war vollkommen zusammen gefallen, die Stange total verbogen und die Sachen durchnässt und verstreut. Bloß gut das die Sonne wieder schien, so konnten wir das Meiste zum trocknen aufhängen.

Ich habe immer Wechselsachen dabei, für alle Fälle, so konnte ich Norbert trockene Strümpfe, eine Hose und ein Hemd geben.

Thomas war schlauer gewesen und hatte sich vor dem Sturm einen Regenanzug angezogen, deshalb war er auch trocken geblieben.

Nachdem wir das Durcheinander beseitigt hatten, setzte sich Norbert auf seine Liege und wollte verschnaufen, aber er vergass das der Stoff total durchnässt war. Wir hörten nur noch ein leises knirschen und sahen wie der Stoff zerriss und Norbert mit einem dumpfen aufklatschen, zwischen den Rahmen seiner Liege saß.

Das sah so komisch aus das wir nun doch lachen mussten, obwohl wir uns die ganze Zeit das Lachen verkniffen hatten, um Norbert nicht zu verärgern.

“Nicht schlecht sone neue Liege ...!”, sagte ich zu Thomas.

“Aber auch sein neuer Rutenständer macht sich gut dort hinten im Schilf ...!”, sagte Thomas und lachte.

Der Einzige der es nicht so lustig fand, war Norbert.

Unsere Rutenständer standen durch unsere Befestigung mit den Steinen, noch immer am selben Fleck und auch die Angeln lagen unbeschädigt da.

Ohne Norbert große Vorwürfe zu machen, halfen wir ihm seine Sachen zu finden. Seine Angeln und sein Rod - Pod lagen unten im Schilf, aber Rucksack, Aalbottich und seine neue Angeljacke waren verschwunden.

Wir suchten das ganze Schilf und den Strand ab, aber die Sachen fanden wir nicht. Mit dem Feldstecher, suchte ich das Wasser und die Ränder des See’s ab, aber ohne Erfolg. Nach knapp einer Stunde gingen wir zu unserer Angelstelle zurück, um Norbert die schlechte Botschaft zu überbringen.

Als wir näher kamen, sahen wir Norbert mit den Armen winken.

 

“Dahinten am Waldrand auf einem Baum habe ich die Jacke durchs Fernglas gesehen,  glaube ich!”, sagte Norbert.


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Der Waldrand war etwa 150 - 200 Meter von uns entfernt, aber aus der Richtung kam das Unwetter.

“Ich kann durch meinem Glas nichts erkennen ...!”, sagte ich und gab es Thomas, der bessere Augen hat, aber er sah auch nichts und es war auch viel zu weit.

“Ich glaube nicht, das deine Sachen am Waldrand liegen, dann wären sie ja gegen den Wind geflogen!”, sagte Thomas und schüttelte den Kopf.

“Wenn unser Sturm eine Windrose war, dann ist es schon möglich!”, sagte ich und wir machten uns auf den Weg.

Als wir näher kamen, sahen wir erst einmal nur ein großes Durcheinander. Da lagen viele abgebrochene Äste und sogar ganze Bäume umher. Eine ganze Reihe von Kiefern waren einfach so abgebrochen und ihre Stummel standen etwa zwei Meter hoch.

“Das war eindeutig eine Windrose die hier durch die Reihe ging ...!”, sagte ich und zeigte auf die Schneise der Verwüstung.

“Das glaube ich auch!”, rief Norbert der etwas weiter von uns stand und zeigte uns seinen Köderfischbottich den er gerade fand.

“Hier ist dein Rucksack ...!”, rief Thomas und räumte ein paar Äste zur Seite.

In den Bäumen fanden wir eine Decke, die aber nicht von uns stammte und auch ziemlich hoch hing.

“Die Decke da oben ..., haste bestimmt gesehen, - Norbert!”, sagte Thomas.

“Kann schon sein!”, sagte er und schaute sich nach seiner neuen Jacke um.

Wir suchten noch eine ganze Weile, aber die Jacke ist bis Heute verschwunden.

“Vielleicht findet sie ein anderer Angler den die Jacke passt und sich dadrüber freut!”, sagte ich zu Norbert.

“Die hatte 85 Euro gekostet und war schön warm ...!”, klagte Norbert (der das aber finanziell nicht nötig hatte ).

“Mannn ...!”, dann war es ja ein Schnäppchen, verspottete ihn Thomas und wir schmunzelten uns an.

“Du Dumpfbacke ...!, kannst dir so eine Jacke gar nicht leisten ...!”, sagte Norbert zu Thomas und lachte nun auch.

“Es ist 19.00 Uhr!”, sagte ich.

“Wir müssten mal wieder unsere Angeln auslegen und vielleicht wieder ein paar Köderfische fangen, denn du hast unsere ja im Wald gekippt ...!”, sagte ich.

“Fängst du auch noch an ...?”, fragte Norbert.

Wir gingen gemeinsam zum Angelplatz zurück.

Das Wetter ist wieder richtig schön geworden und es war auch nicht mehr schwül.

Die Vögel flogen auch wieder umher und wir fragten uns, wo sie sich bloß verstecken konnten, bei dem Unwetter, denn im Wald fanden wir keinen einzigen toten Vogel.

“Schaut mal dahin ...!”, rief Norbert uns zu und zeigte zur Elbe.

Dort trieb in der Strömung ein etwa vier Meter langes, schwarzes und umgekipptes Holzboot mit Motor.

“Das sieht ja aus wie das Boot vom Fischer ...!”, sagte ich und wir gingen zum Fluss um zu sehen ob es sich irgendwo fest machen würde, denn es trieb immer mehr auf unsere Seite zu.

“Da hinten an der Buhne verkeilt es sich ...!, los hin, bevor es wieder wegtreibt!”, sagte Thomas und rannte vor.

 

Mit dem Motor nach unten und der Schraube nach oben hing es in den Steinen fest und


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 Thomas der schon dort war, wollte es umdrehen, was er natürlich nicht schaffte. Auch zu dritt hatten wir es nicht geschafft und wir zogen das Boot ein Stück die Böschung hoch und machten es fest.

 

Wir wollten gerade wieder los gehen, da kam ein Motorboot mit ziemlich hoher Geschwindigkeit die Elbe stromab gefahren. Zwei Mann sassen im Boot und wir sahen das sie was suchten.         

 

Norbert winkte den Beiden zu und zeigte auf den gekenterten Kahn.

Das Motorboot verringerte seine Geschwindigkeit, kam auf uns zu und legte am Ufer an.

Mit erkennbarer Freude im Gesicht, kamen uns Beide entgegen und reichten uns ihre Hände zur Begrüßung entgegen.

“Ich betreibe eine Fischerei und bin hier der Fischer!”, erklärte uns der Ältere von Beiden.

“Der Kollege, ist mein Mitarbeiter!”, sagte er.

“Wir hatten gerade unsere Netze kontrolliert, als uns der Sturm erwischte!”, erzählte er uns. “Das Boot war einseitig durch das schwere Netz belastet worden, als uns eine Windböe packte  und unser Boot kenterte!”, erklärte uns der Fischer.

“Wir Beide vielen ins Wasser, dass Boot wurde von der Strömung weggetragen und wir schwammen zum Ufer!”, sagte er und ließ uns seine nassen Sachen fühlen, die er noch immer am Körper trug.

“Eine halbe Stunde fuhren wir nun schon hinterher und suchten die Gegend ab und dachten, dass es aus meinem Revier schon raus getrieben war, ihr seit meine Retter ...!”, sagte er.

“Ich brauche den Kahn für meine Arbeit ...!,- und außerdem kostet der Kahn eine ganze Masse Geld “.

Zu fünft schafften wir, dass gekenterte Boot zu drehen und es wieder flott zu machen. Sie befestigten den Kahn an dem anderen Boot und der Fischer sagte zu uns:

“Darf ich euch in meiner Fischerei zum Essen einladen ...?, ich habe Heute früh geräuchert und würde mich freuen, wenn ihr nachher mit vorbei kommt!”, sagte er und erklärte uns den Weg zur Räucherei.

“Den Angelausfall werde ich euch ersetzen ...!”, meinte er und lächelte.

“Wir müssen aber erst unsere Sachen zusammenpacken und dann kommen wir gern!”, sagte ich.

Wir verabschiedeten uns für’s Erste und gingen los.

“Wollen wir nach dem Essen wieder hierher fahren?”, fragte Thomas.

Ich schaute Norbert an und er zuckte auch nur mit den Schultern.

“Wir werden ja sehen was passiert und wie lange es dauert!”, sagte ich.

Wir verstauten unsere Sachen im Auto und fuhren los.

Der Fischereihof befand sich außerhalb der Stadt und der Weg zur Räucherei war gut ausgeschildert. Dort angekommen, wartete schon der Mitarbeiter des Fischers und führte uns in einer alten Scheune.

 

In ihr sah es aus wie in einer Gaststätte mit einem großen Saal. Auf der linken Seite stand ein Tresen und eine Bar. Auf der rechten Seite standen etwa 40 Tische mit Stühlen. Ein Tisch davon war eingedeckt mit Tellern und Besteck. An der Decke baumelte ein altes Fischernetz mit Plastikfischen drin und an den Wänden hingen Bilder und präparierte Fischköpfe. Ein großer Welskopf und eine Fotografie vom ganzen Wels, schmückte ebenfalls ein Teil der Wand und unter der Fotografie stand : 

 

** 219 cm und 62,5 Kg mit einem Netz in der Elbe gefangen am 25.09.1955 **


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“Das ist ja komisch, da ist auch mein Bruder geboren......!”, sagte ich verwundert.

Als wir uns das Bild betrachteten, sagte uns der Mitarbeiter das, dass der Vater von seinem Chef sei, aber leider schon verstorben ist.

“Setzt euch ruhig schon hin ...!, empfahl uns der Mitarbeiter, der Chef kommt gleich!”, sagte er und ging wieder nach draußen.

“Nicht schlecht hier!”, sagte ich und schaute mich um.

“Hätte ich draußen nicht gedacht, dass hier drin eine Kneipe ist, so wie der Schuppen von draußen aussieht!”, sagte Thomas.

“Ich schon!”, oder hast du nicht das Schild gesehen, « Gasthof zur Räucherei »?”, fragte Norbert.

Wir setzten uns an den Tisch und tranken unser Bier, dass uns der Mitarbeiter noch eingeschenkt hatte bevor er ging.

 Hinter uns ging die Tür auf und zwei Frauen kamen, mit je einem Tablett in der Hand, auf uns zu.

“Guten Abend ...!, ich bin die Frau des Fischer’s und das ist meine Tochter!”, sagte die Ältere der beiden Frauen, stellten die Tabletts ab und die Ältere Frau ging hinter den Tresen und die andere hinter der Bar.

“Mein Mann kommt gleich, er muss sich erst noch umziehen, aber fangen sie ruhig schon an zu essen!”, sagte die Frau des Fischers und wollte uns gerade wieder ein Bier einschenken.

“Ich nicht ...!”, sagten Norbert und ich gleichzeitig.

“Wir müssen ja noch fahren ...!”, sagte ich.

“Wollen sie etwas Anderes trinken?”, fragte sie uns.

“Also ich, würde gern ein Kaffee trinken!”, erwiderte ich.

“Ich auch!”, sagte Norbert.

“Und was möchten sie, junger Mann?”, fragte sie Thomas, der ganz verträumt zur Tochter sah.

“Ja ..., äh ...äh ...äh!, ich trinke auch ein Bier ....!”, stotterte Thomas und alle mussten lachen.

“Nun werd mal nicht gleich so nervös ....!”, sagte Norbert zu Thomas und grinste sich eins.

Thomas wurde ganz rot im Gesicht und wusste nicht, warum wir nun lachten.

Nun ging wieder die Tür auf und der Fischer trat ein.

“Schön das ihr gekommen seit!”, sagte er und klopfte mir auf die Schulter.

“Schmeckt es euch?”, fragte er und nahm seine Tabakspfeife aus dem Mund.

Wir hatten noch gar nicht angefangen, aber sagten,- ”ja ganz prima....!”.

Auf dem ersten Tablett lagen geräucherter Aal, Zander und Welsstücke, auf dem anderen Tablett, schöne Salate und warmes Brot. Nun kam auch noch unser Kaffee ...,- und wir waren rundum zufrieden.

“Ihr kommt von weit her, habe ich an eure Nummernschilder gesehen!”, sagte der Fischer.

“Habt ihr bei Euch keine Gewässer?”, fragte er.

“Doch.....!, wir haben einige Gewässer”, sagte Norbert, aber wir sind gern an der Elbe und in Mühlberg.

“Hier ist es schön ruhig, wenn nicht gerade ein Sturm auf kommt!”, sagte ich.

 

“Das beste am Mühlbergersee ist, dass er sehr fischreich, groß und ein DAV- Gewässer


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 ist!”, sagte ich.

“Und Norbert kommt hier her, weil er hier gern die Kleidersammlung unterstützt ....!”, sagte ich und lachte.

Nach dem ich dem Fischer die Geschichte mit Norbert’s Jacke erzählt hatte, schmunzelte er auch.

“Ist natürlich ärgerlich mit der Jacke, aber wer den Schaden hat, braucht sich um den Spott keine Sorgen zu machen ...!”, sagte der Fischer.

“Ich habe gehört das die Fische in der Elbe noch Schadstoffbelastet sein sollen?”, fragte Norbert.

“In den Medien wird es immer noch gesagt, darum ist es auch nicht einfach für unsere Arbeit!”, sagte der Fischer.

“Ich verkaufe auch keine Fische mehr aus der Elbe, sondern ich fange nur ein paar große Hechte und Zander für meine eigene Zucht!”, meinte er.

“Ich habe vier Aufzuchtbecken mit Hecht, Zander und Karpfen, zwei Forellenbecken, ein Aalbecken und ein Becken mit ein paar Welse!”, sagte der Fischer.

“Karpfen, Forellen und Aale, bekomme ich als Jungfische und füttere sie zwei bis drei Jahre dick und rund, zu Weihnachten und Silvester verkaufe ich die meisten Fische, aber durch meine Gaststätte, läuft es eigentlich das ganze Jahr gut, heute haben wir Ruhetag, sonst würden auch mehr Gäste da sein!”, sagte der Fischer.

“Aber die Fische aus der Elbe kann man doch auch essen, oder?”, fragte Thomas.

“Aber natürlich ...!, die Fische sind gesund und sauber ...!, wir Fischer haben ganz andere Auflagen und Bestimmungen zu erfüllen!”, sagte der Fischer und beruhigte Thomas.

“Du müsstest schon täglich drei bis vier Kilogramm Fisch essen um bedenkliche Schäden zu bekommen!”, meinte der Fischer und lachte.

“Und wenn du so viel Fisch essen würdest, dann hättest du bald selber Flossen!”, sagte Norbert.

“Wie lange wollt ihr bleiben?”, fragte der Fischer.

“Eigentlich wollten wir ein paar Tage bleiben, aber nun kam ja alles anders und noch einmal zum See fahren und alles im dunkeln wieder auspacken, habe ich keine Lust mehr!”, sagte ich.

“Ich würde gerne ja noch bleiben!”, sagte Thomas.

“Und wenn es wieder regnet, dann steht Norbert da, mit seinem kaputten Schirm!”, sagte ich.

“Ich glaube nicht, dass es in Kürze noch einmal so regnet!”, meinte der Fischer.

“Lange Zeit war es trocken und schwül, irgendwann musste es ja mal regnen!, dass so ein Unwetter entsteht, konnte natürlich keiner ahnen!”, Sagte der Fischer und ließ sich durch seine Frau, noch ein Bier bringen.

Er nahm das Glas in die Hand und sagte: “Aber ich habe noch ein Gästezimmer, dass könnt ihr heute Nacht haben und morgen zeige ich Euch meine Aufzuchtbecken!”.

Wir waren natürlich einverstanden, denn im dunkeln wollten wir auch nicht nach Hause fahren und so eine Aufzucht, kann auch interessant sein.

Jetzt konnten Norbert und ich, auch noch ein Bier trinken und der Fischer gab noch ein paar Schnäpse aus.

Wir bedankten uns für das Abendmahl und seine Frau zeigte uns das Zimmer.

 

“Dieses Zimmer wird oft an Bauarbeiter vermietet, wenn in der nähe Baustellen sind!”, sagte die Frau des Fischers, - und wünschte uns eine gute Nacht.


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In dem Zimmer standen vier Betten, ein großer Schrank, Tisch, Stühle und ein Fernseher.

Nach den ganzen Ereignissen, die wir am Tag erlebten, schliefen alle gleich ein. Um acht Uhr wurde ich wach und ging ins Bad und hörte, dass auf dem Hof schon Leute umher liefen. Nun waren die Anderen auch aufgestanden, hatten sich fertig gemacht und wir gingen nach unten.

“Guten Morgen....., haben Sie gut geschlafen?”, fragte uns die Fischersfrau.

“Gehen Sie ruhig schon rein, der Frühstückstisch ist schon gedeckt!”, meinte sie.

“Guten Morgen ...!”, antworteten wir und gingen in den Gastraum.

Auf dem Tisch standen frische Brötchen, Käse, Wurst, Marmelade und heißer Kaffee.

“So kann man es eine Weile aushalten!”, sagte Norbert und wir stimmten ihm zu.

“Brauchen sie noch etwas?”, fragte uns die Fischersfrau.

“Nein, nein ...!, alles in Ordnung!”, sagten wir.

“Wenn sie fertig sind, fahren sie einfach den schwarzen Weg nach, etwa nach einem Kilometer kommen die Fischteiche, mein Mann ist schon dort!”, sagte sie und ging.

Dort angekommen staunten wir nicht schlecht: Etwa 15 ha betrug die Wasserfläche die aber immer wieder durch einzelne Wege durchbrochen war, so dass es mehrere “kleine” Gewässer waren.

“Guten Morgen ...!”, rief jemand von hinten und wir drehten uns um und sahen den Fischer.

“Guten Morgen ...!”, riefen wir zurück und gingen ihm entgegen.

“Na wie war die kurze Nacht!”, fragte er.

“Recht gut!”, sagte ich, aber ihre Nacht war viel kürzer.

“Ach...!, ich stehe immer so früh auf!”, sagte er.

“Kommt ich zeige euch meine Fischbecken!”, sagte der Fischer und ging vor.

“In dem großen Becken sind nur Karpfen!”, sagte er

“ « K1 und K2 » sind die Bezeichnungen für das Alter und die Größe der Fische, die zwischen 35 cm und 45 cm betragen können und 3 Jahre bis 5 Jahre alt sind!”, erklärte uns der Fischer.

“In den kleinen Becken sind die Karpfen, so wie ich sie bekomme und die sind zwischen 18 cm und 20 cm!, ich halte sie von den Anderen Karpfen getrennt, weil sie ein spezielles Futter bekommen und auch weil die großen Karpfen den Kleinen alles wegfressen würden!”, sagte er.

Er zeigte uns noch andere Becken mit Forellen und Aale. Seine Erklärungen zu jeder Fischart waren sehr interessant und als wir zu den Raubfischbecken kamen, waren wir sehr verwundert als er anstatt kleiner Fische, mit Pellets fütterte.

“Bekommen die keine Fische zu fressen!”, fragte ich.

“Nein ...!, in den Pellets sind viele Vitamine und eine art Schutzimpfung gegen den Befall einiger Krankheiten ...!, die Raubfische, die in den DAV- Gewässer eingesetzt werden, müssen das Fische jagen erst erlernen, was aber jedem angeboren ist!”, erklärte uns der Fischer.

Der Vormittag ging schnell vorbei und wir wollte nun doch nach Hause fahren.

Wir bedankten uns für Alles, besorgten uns einen großen Blumenstrauß und brachten ihn seiner Frau rum und fuhren anschließend froh nach Hause.

 

 

 

 


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* Schlusswort ! *

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich sitze hier und betrachte die alten Bilder und merke wie schnell doch die Zeit vergangen ist ....!

Nun habe ich selber drei Enkelkinder, ein Junge und zwei Mädchen und hoffe, dass sich einer von ihnen, für mein Hobby interessiert und ich ihm mein Anglerwissen weiter geben kann.

In der heutigen Zeit, wo das Leben so schnelllebig ist und sich alles nur um Arbeit und Geld zu drehen scheint, ist eine seelische Abwechslung so wichtig!

Angeln ist ein schönes Hobby, man fühlt sich frei und ist immer mit der Natur verbunden. Man erfreut sich an den Pflanzen die am Ufer wachsen und blühen und auch an den Tieren die im und am Wasser ihre Beschäftigung finden.

Hoch oben zieht ein Seeadler seine Kreise und seinen scharfen Augen entgeht nichts, am Ufer stehen Rehe die sich einen kühlen Schluck nicht entgehen lassen, Möwen die sich gegenseitig das Futter ab jagen, oder “Mutter - Biber”führt gerade ihre Jungen aus und zeigt ihnen ihr neues Revier.

Auch wenn mal kein Fisch anbeißen will, ist es nie langweilig am Wasser.

In den letzten 40 Jahren habe ich viele Geschichten mit kleinen Abenteuern erlebt.

Einige von dehnen habe ich aufgeschrieben und viele andere Geschichten, die auf euch warten, müsst ihr selber erleben.

Ich hoffe das ich mein Hobby noch eine Weile ausführen kann und demnächst Gesellschaft, durch einen meiner Enkel haben werde !